Kugelprimeln als schöne Hingucker

Tipps für den Umgang   

Primeln sind der Schlüssel zum Tor des Frühlings. Vielfältig und bunt machen sie sich daran, die Reste des Winters mit unerschütterlichem Optimismus wegzublühen. Mit von der Partie: Kugelprimeln. Das sind Primeln mit mehr oder weniger komplett kugeligen Blütenständen in der Zeit von März bis Mai, je nach Witterung und Lage.   

Je voller, geschlossener die Kugeln aus vielen Einzelblüten sich darbieten, umso besser. Allerdings tun sie das nicht immer in idealer Weise, es gibt auch weniger tadellose Kugeln, die kritische Menschen nicht zufriedenstellen. Wie erklären sich diese Unterschiede? Am Zustandekommen von Kugelprimeln wie wir sie heute im Garten schätzen, beteiligen sich zwei Primelarten Primula denticulata und cashmiriana, beide in Asien zu Hause. Die eine, Denticulate, ist die etwas härtere, die sich mit der Entwicklung an winterlichen Verhältnissen orientiert und erst richtig zu wachsen anfängt, wenn Frost vorbei ist. Cashmiriana ist unvorsichtiger, fängt schon vor dem Winter ein bisschen zu wachsen an und reagiert dann empfindlich, wenn es kälter wird. Denticulate hat keine ganz makellose Kugel, wogegen sich Cashmiriana­ tadellos präsentiert.    

Die Mischung von beidem, Widerstandsfähigkeit und volle Kugel, ist Züchtungsziel. Solche Pflanzen treiben erst nach dem Winter, aber früh, ducken sich erst mit noch knospigen Blütenkugeln dicht an den Boden­, strecken sich mit zunehmender Wärme, erreichen allmählich Stiellängen bis gut 30 cm, bilden tolle Kugeln, vorwiegend in Blau, aber auch in Weiß, Rosa, Lila – ein Fest für den Frühling, die Bienen und andere Insekten­. Sortennamen beziehen sich meist auf die Farbe. Der Artname Cashmiriana kehrt mitunter als Sortenname wieder, ist jedoch nicht die Art.   

Man pflanzt Kugelprimeln wegen der frühen Blüte und ihrer Aktivitäten unter der Erdoberfläche bereits im Winter, vorteilhaft im frühen Herbst, in gute, etwas frische bis eventuell sogar feuchte, durchlässige Erde neben andere Primelarten, ins Vorfrühlingsgärtchen, in den Vordergrund von Gehölzstreifen, vornehmlich Rhododenden, in Uferbereiche von Bächen und Teichen. Sie gedeihen sowohl in hellem Schatten als auch in etwas sonniger Lage. Negativplätze­ für Kugelprimeln sind trockene, heiße Standorte. An zusagender Stelle entwickeln sich die Pflanzen so gut, dass sie bald geteilt werden können, entweder nach der Blüte, wenn die Blätter ganz ausgewachsen sind, oder im frühen Herbst. Man könnte auch aus Samen ziehen, aber da Kugelprimeln schon keine reinen Arten sind und sich Primeln grundsätzlich leicht spontan vermischen, ist davon abzusehen. Im Gegenteil, man sollte sich bildende Samenstände­ frühzeitig entfernen, um den Bestand sortenrein zu halten.    

 Ilse Jaehner