Petersilie – beliebtes ­Gewürzkraut mit ­Befindlichkeiten

Fruchtholz ständig verjüngen 

Eines der beliebtesten, bekanntesten und häufigst verwendeten Kräuter ist die Petersilie. Unabhängig ob glatt oder gekraust. Das ist Geschmackssache. Egal ob durch eigene Aussaat, gekaufte Jungpflanzen oder gebrauchsfertig gebündelt. Sie ist ein Gewürz für ungezählte Küchenverwendung. Normalerweise gedeiht sie problemlos in Töpfen oder Beeten. Aber manchmal hat der Hobbygärtner kein Glück. Egal was er macht, sie wächst nicht. Kein ordentliches keimen bzw. auflaufen.    

Auch wenn einzelne Pflanzen durchkommen fangen diese an zu welken, verfärben sich gelblich, rötlich und gehen letztendlich zugrunde. Fragend, auch schon verzweifelt, suchen Betroffene Rat. Allerlei Tipps gibt es da. Ich hab’ mal so das gesammelt, was als Lösungsansatz für die Schwierigkeiten beim ‚Peterle‘-Anbau in Betracht kommt.    

Petersilie gehört zur Pflanzenfamilie der Doldenblütler Diese Familie hat eine ganz wichtige Eigenschaft: Sie ist mit sich selbst unverträglich. Bedeutet – stand mal ein Doldenblütler auf dem Beet oder im Topf darf direkt darauf keiner aus seiner Verwandtschaft folgen. Sie mögen sich untereinander einfach nicht. Also genau das Gegenteil von Tomaten, die jahrelangen, nacheinander folgenden Anbau abhaben können. 

Daher ist es wichtig zu wissen wer so zu den Doldenblütlern gehört. Unter anderem sind das Petersilie, Dill, Kerbel, Sellerie, Liebstöckel, Pastinaken, Fenchel und Karotte. Da stutzt man schon mal. Für uns ist da ein Gartenplan über den Anbau unserer Kulturen ein ganz wichtiger Helfer. Aus diesem lässt sich dann das Beet mit den Karotten finden und siehe da. Gerne kommt das Universalkraut Petersilie auch mal zum Lücken füllen ran. Da ist es besonders schwierig, Fruchtfolge einzuhalten.    

Also zusammengefasst: zu allererst Finger weg von einer Fläche auf der nachweislich Vertreter der Doldenblütler als Vorgänger gewachsen sind. Das ist grundsätzlich zu beachten. Was verhagelt uns den Anbau noch? Blattläuse sind ein weiterer Sargnagel. Bodenpilze und Nematoden sind ebenfalls Verursacher von Misserfolgen. Nicht zu vergessen: Schnecken machen sich auch über die zarten Sprösslinge her.    

Nasskaltes Wetter mag das beliebte Grünzeug genauso wenig wie schweren, verdichteten, nassen Boden. Haben wir mal am Wasser gespart, also längere Trockenheit, ist sie auch sehr nachtragend. Ebenfalls kann die Jahreszeit eine Rolle spielen. Manche Frühjahrsaussaaten gelingen einfach nicht. Dafür klappen Sommersaaten besser. Höhere Bodentemperaturen beschleunigen den Auflauf. Was bei diesem Langsamkeimer gut ist. Ein feuchter, sonnig bis halbschattiger Platz hilft zusätzlich. Allerdings soll die Petersilie nicht ganztägig in der vollen Sonne brutzeln. Bauen sie Petersilie im Topf an ist eine gute Kräutererde das Richtige. Ich hab’ sie mir selbst gemischt. Halbe, halbe Qualitätsblumenerde mit Rheinsand gemischt. Für eilige Gemüter stellt sie eine Herausforderung dar. Bis 4 Wochen dauert die Keimung bzw. das Sichtbarwerden. Also nicht die Geduld verlieren und die Aussaat schön weiterpflegen. Natürlich können sie auch ihr ‚Peterle‘ vorziehen und dann ab Mai bei wärmeren Temperaturen auspflanzen. Alles was hilft, um dieses beliebte Grünzeug flott zu machen ist sinnvoll. Gerade ihre Eigenschaft der langen Keimung macht sie leicht für unangenehme Einflüsse über den Boden empfänglich. Falls Kompost als Dünger vorgesehen ist nicht unmittelbar vorher ausbringen. Das Sensibelchen kann da empfindlich reagieren. Ansonsten ist es möglich, mit flüssigem und festem Dünger die Nährstoffversorgung zu sichern.    

Meine Erfahrung lautet: gutes Wachstum, kräftige, grüne Pflanzen und zurückhaltend mit dem Düngen sein. Sollten Nährstoffe gebraucht werden ist mit flüssigem Kräuterdünger schnell die Versorgung gesichert. Das Auge des Herrn düngt mit. Wenn gar nichts klappt hilft der Kauf von Jungpflanzen. Hab’ ich auch schon gemacht. Manche Pflanzen sind fast unzerstörbar. Andere ließen auch schon mal die Köpfe hängen. Da gab es halt kein Überwintern. Beim Kauf sind gesunde, dunkelgrüne, gedrungene Pflanzen mit kräftigem, weißem Wurzelballen das Objekt der Begierde. Sehen Sie schlaffe, gelblich-rötliche Blätter, trockene Erde – ich sag’s mal so: Finger weg! Das sind auf Dauer Todeskandidaten. Klingt brutal, ist aber einfach so. Macht ihre Petersilie im Frühjahr oder generell mal Mucken, also wächst nicht voran, kann folgendes helfen. Schneiden sie den Pflegefall bis knapp über den Boden zurück. Anschließend gießen sie mit Tee aus Rainfarn oder Schachtelhalm. Ähnliche Erweckung der Lebensgeister und Stärkung der Widerstandskraft gegen Schaderreger wird verdünnter Beinwelljauche, 1:10 mit Wasser, nachgesagt. Zusammengefasst ergibt sich für uns Kräutergärtner. Alles was der Petersilie gut tut, sollten wir beachten um ihre Befindlichkeiten so gering wie möglich zu halten. Nebenbei bemerkt, blühende Petersilie ist auch für allerlei Insekten interessant. Da können wir die vom Vorjahr einfach mal länger ­stehen ­lassen.   

Hans Willi Konrad