Mahonien – Nahrung für Insekten und Vögel

Mal Nektar, Mal Früchte

Auch wenn Mahonien nicht zu den einheimischen Wildgehölzen zählen, lassen sie sich zur Pflanzung in naturnahen Gärten empfehlen. Denn der häufig zu Recht zu hörende Vorwurf gegenüber den Exoten – sie wären ohne Nutzen für die Tierwelt, anspruchsvoll an Standort und Pflege, anfällig gegenüber Krankheiten und zudem teuer – trifft auf Mahonien nicht zu. Diese Sträucher haben einen ähnlich hohen ökologischen Wert, wie z.B. Zierquitten und Sommerflieder, da sie vielen heimischen Tieren Nahrung geben. Mahonien blühen im Vorfrühling zu einem Zeitpunkt, wenn kaum heimische Gehölze ihre Blüten zeigen und werden deshalb von Bienen und anderen Fluginsekten vielfach besucht; zudem bieten die Beeren über Winter der Vogelwelt reichlich Nahrung.   

Häufig fristen diese Pflanzen nur ein Schattendasein in Gärten und öffentlichen Grünflächen und bedecken an absonnigen Stellen flächendeckend den Boden. Wenn sich allerdings zwischen März bis Mai die strahlend gelben Blüten öffnen, zeigen die Mahonien einen Teil ihrer reizvollen Schönheit. Durch das immergrüne Laub schimmern später im Herbst die blauen Beeren, und über Winter sind die Blätter apart gerötet. Mahonien gehören zu den Berberitzengewächsen, sind immergrüne Sträucher und stammen aus Nord- und Mittelamerika sowie Ostasien. Von den ca. 80 Arten trifft man bei uns am häufigsten die aus den Nadelwäldern Nord­amerikas stammende Mahonia aquifolium an. Der Strauch wächst buschig, wird gut einen Meter groß und schmückt sich mit seinen dornig gezähnten glänzend grünen Blättern. Nach ca. drei bis fünf Jahren beginnt dann erstmalig der Blühbeginn. Ab März erscheinen wie Glöckchen die vielen etwas nach Honig riechenden Blüten in aufrechten Rispen und zeichnen sich durch eine lange Blütezeit aus. Ab August bis in den Spätherbst hinein zeigen sich die kräftig leuchtenden blau bereiften Früchte, die dem Strauch noch einmal Farbe verleihen. Wegen ihrer rötlich verfärbten Blätter über Winter sind die Mahonien in dieser Zeit zur Blumenbinderei sehr geschätzt.   

Mahonien lassen sich durch den Wurzeldruck anderer Pflanzen nicht stören. Sie bilden selbst unter Gehölzen ein tiefes Wurzel­system aus und verbreiten sich durch Ausläufer. An den Boden stellen sie keine großen Ansprüche und vertragen sandige bis lehmige und kalkhaltige Böden. Wegen ihrer Robustheit gegenüber dem Stadtklima findet man diese Pflanzen auch häufig als Straßenrandpflanzungen.  

Mahonien pflanzt man am besten immer in kleinere oder größere Gruppen; da sie schattenverträglich sind, aber auch einen sonnigen Standort vertragen, ist ihr Einsatz vielfältig. Gut eignen sie sich zu einer Unterpflanzung oder als Vorstrauch am Gehölzrand, zur Flächenbegrünung als Bodendecker oder als niedrige Hecken. Mahonien vertragen selbst einen starken Rückschnitt und lassen sich so zu niedrigerem, dichtem buschigen Wachstum erziehen. Als Schnittzeitpunkt ist das späte Frühjahr nach der Blüte ideal; die Sträucher treiben dann noch einmal kräftig aus und blühen bereits im nächsten Jahr wieder.    

Selbst zum mobilen Grün lassen sich diese Sträucher für Kübel, Schalen und Wannen empfehlen; für diesen Zweck eignen sich am besten niedrige Sorten mit einer Höhe von bis zu einem halben Meter.    

Peter Busch