Kräuter liefern viele Vitamine

Salatküche – Schlüsselblume sehr vitaminhaltig          
Gerade im Frühjahr ist vitaminreiche Kost hoch geschätzt, um nach dem Winter in Schwung zu kommen. In den ersten Frühjahrswochen ist im Nutzgarten allerdings kaum etwas zu ernten, da Salate gerade erst anfangen zu wachsen und vom Spinat nur die ersten Blätter gezupft werden. Was im Garten allerdings sprießt und wächst, sind die ersten Kräuter und Frühblüher. Und gerade diese enthalten fast alle deutlich mehr Vitamin C als unsere Salat- und Gemüsepflanzen und bieten sich als Beigabe zu Kräuterquarks sowie als Zusatz zu Frühlingssalaten an. Nicht zu verachten ist auch ein Butterbrot mit fein gehackten Kräutern, das neben der wichtigen Vitaminzufuhr einen Geschmack an Würze und Frische bietet, der für diese Jahreszeit einmalig ist.
Sehr zu empfehlen sind die Blätter der Schlüsselblume, Primula elatior; ein Blatt dieser Pflanze enthält mehr Vitamin C als ein ganzer Kopf Salat. Liebhaber von Rohkostsalaten können nur ermutigt werden, einige Blätter fein geschnitten unter Salate zu mischen. Allerdings finden nur Primeln aus dem Garten und nur begrenzt aus der Natur Verwendung, gehören Schlüsselblumen doch zu den vom Aussterben bedrohten Pflanzen. Sieben Primelarten sind in der Bundesartenschutzverordnung gesetzlich geschützt.  Gekaufte Topfprimeln aus Gewächshäusern sind häufig mit Spritzmitteln behandelt und eignen sich verständlicherweise nicht zur Ernährung.    
Gut zu verwenden sind auch die Gänseblümchen, Bellis perennis, die als Frühlingsboten schon im Rasen blühen. Die Inhaltsstoffe dieser Pflanze regen den Stoffwechsel an und sowohl Blätter als auch Blüten eignen sich als Zusatz zu Salaten. Im Kräutergarten sind vor allem wintergrüne Pflanzen, wie Barbarakraut und  Winterpostulein, zu ernten.    
Das Barbarakraut schmeckt intensiv und würzig bis scharf und lässt sich gut mit anderen Kräutern mischen, sei es auf Brot, zum Kräuterquark, zu Rohkost oder zu Salaten. Dieses Kraut ist eine zweijährige Pflanze und wird im Garten im Frühjahr oder Herbst an einem feuchten, etwas schattigen Platz ausgesät. Die kleinen Pflanzen entwickeln rasch einen verzweigten Wurzelstock und im ersten Jahr dicht am Boden eine Blattrosette mit gefiederten Blättern von intensiver grüner Farbe. Diese Blätter können vom Spätherbst bis zum Frühjahr geerntet werden.    
Während der Feldsalat über Winter einen festen Platz auf der Speisekarte eingenommen hat, ist Winterpostulein als frischer Salat noch kaum bekannt. Erst seit kurzer Zeit wird diese einjährige Pflanze auch als Gemüse geschätzt; Samen sind auch unter dem Namen Winterportulak (Montia perfoliata) zu bekommen. Der Vorteil des Winterpostuleins liegt in einer wiederholten Ernte. Ab Ende des Winters entwickeln sich die langgestielten Blüten aus den Blattwinkeln heraus und können durchaus mitverzehrt werden. Die frischen Blätter des Winterportulaks schmecken angenehm säuerlich und passen gut zu Kräuterquark und Salaten; große Mengen an Blättern können auch wie Spinat zubereitet werden. Wegen seines Reichtums an Vitaminen und Mineralstoffen bilden diese Kräuter so eine willkommene Alternative zur gewohnten Kost.   

Peter Busch