Mal was anderes: Bohnenanzucht in WC-Rollen

Wenn man Bohnen direkt ins Freiland aussät, hat man oftmals Schäden durch Schnecken oder die Bohnenfliege. Da diese Schäden in der Keimphase entstehen, sind die betroffenen Pflanzen zumeist ein Totalausfall. Dem kann man vorbeugen, indem man sich zur Voranzucht entscheidet. Das hat etliche Vorteile: der Aussaattermin kann vorverlegt werden, die Probleme durch Schnecken und Bohnenfliege werden erheblich minimiert zudem ist man wetterunabhängig; d.h. Schäden durch Trockenheit, Starkregen oder niedrige Temperaturen werden vermieden. Da die Bohnen Pfahlwurzeln, also mehr senkrechte als waagerechte Wurzeln bilden, bieten sich Pflanzgefäße an, die schmal und hoch sind; außerdem ist vorteilhaft, wenn das Wachstum beim Einpflanzen nicht gestört wird. Alle diese Vorteile bieten die Innenrollen des Toilettenpapiers, die zudem nach dem Einpflanzen im Boden zergehen. Zum Füllen nimmt man (möglichst torffreie) Gemüseerde, die nicht zu trocken sein darf, damit sie in der Rolle haften bleibt, wenn sie dort zusammengedrückt worden ist; zu trockene Erde rieselt wieder heraus. Die Saattiefe beträgt wie im Freiland rund 3cm. Nach dem Auffüllen sollte sich oben noch ein Gießrand befinden, um das Saatgut ständig feuchthalten zu können. Solange die Bohnen noch nicht gekeimt sind, kann man die Rollen bei rund 15°C (und höher) licht- und wetterunabhängig drinnen lagern. Wenn die Keimung erfolgt ist, sollte man sie an einen hellen und frostfreien Platz stellen.   Die Anzuchtdauer beträgt 15 bis 20 Tage; wenn also Anfang Mai ausgesät wird, kann nach den Eisheiligen gepflanzt werden. Bei voller Entfaltung der ersten Blätter nach den Keimblättern kann, wenn das Wetter es zulässt, ausgepflanzt werden, wobei sich der obere Rand der Rollen unter der Erde befinden soll, damit nicht durch die Kapillarwirkung der Pappe die Feuchtigkeit aus dem Boden gezogen wird. Ein weiterer Vorteil der Voranzucht: da man nur die gut entwickelten Jungpflanzen in die Erde setzt, hat man keine Pflanzenlücken durch nicht aufgelaufene Samen. Wie kommt man an so viele Rollen? Einfach Bekannte und Freunde (auch in den sozialen Netzwerken) frühzeitig ansprechen: man würde ein Garten-Experiment machen – wer da mitmachen­ möchte.     
      
Manfred Kotters