Das japanische Köcherblümchen

Es kommt sicher groß raus     
Es Vorhersagen ist immer ein bisschen riskant, denn wer weiß schon wirklich, wie die Zukunft aussieht. Aber eines ist gewiss: für das Japanische Köcherblümchen gibt es eine gute, wenn nicht gar große Zukunft. Diese bei uns noch neue Pflanze ist einfach Klasse mit vielen guten Eigenschaften. Aber zunächst sei sie vorgestellt. Das ist allerdings etwas kompliziert, weil mehrere Namen im Umlauf sind und die ihrerseits in die Irre führen. Deswegen an dieser Stelle zuerst der botanische Name, damit die Sache so weit klar ist: Cuphea hyssopifolia, womit schon mal die Verwandtschaft mit dem bekannteren Zigarettenblümchen Cuphea­ ignea feststeht. Unter folgenden Namen wird Cuphea hyssopifolia gehandelt: Köcherblümchen, Japanische Scheinmyrthe, Falsche Heide, Bienenpflanze, Elfenkraut. Alles irreführend. Köcherblümchen hat nichts mit Japan zu tun und auch nicht mit Heide. Es stammt aus Mittelamerika, ist ein Halbstrauch, immergrün, nicht winterhart, blüht von Frühjahr bis Herbst wahlweise rot, rosa oder weiß mit verhältnismäßig kleinen, aber vielen Blütchen.    
Bei mir stand Köcherblümchen im gepflasterten Hof zu Füßen einer Kletterrose, in einer kleinen Pflanzinsel zusammen mit Schneeheide und Flammendem Käthchen, einer allerdings recht ungewöhnlichen Pflanzengemeinschaft, hervorgegangen zum Teil aus einem im Mai überreichten Arrangement. Aber im Garten finden sich mitunter die unterschiedlichsten Pflanzen zu schönem Miteinander. Sowohl das Flammende Käthchen wie das Köcherblümchen hielten sich trotz nicht gerade sehr günstiger Witterung – es war ziemlich feucht – beide gut. Das Köcherblümchen blühte und blühte bis in den November, immer putzte es sich selbst sehr ordentlich.     
Es bot sich an, die Pflanze zeitig vor dem ersten Frost einzutopfen und an einem hellen Ort bei 10-12 Grad zu überwintern, im frühen Frühjahr etwas zurückzuschneiden und erneut auszupflanzen, in einen Blumenkasten, eine Schale zu setzen oder als Kübelpflanze zu erhalten, was ohne weiteres möglich ist. Wer das erste Mal mit Köcherblümchen Umgang pflegt, achte auf genügend Wurzelraum, die Verkaufstöpfe sind meist zu klein für längere Aufenthalte. Das verwendete Substrat sei locker, humos, nahrhaft, unbedingt durchlässig, möglichst dauergedüngt mit ungefähr pH 7. Staunässe wird nicht vertragen. Standort sonnig bis hell beschattet, daher auch geeignet für entsprechende Stellen im Steingarten, auf Gräbern, mit dem immergrünen, jederzeit bemerkenswert sauberen, adretten Laub gut anzusehen. Bis 60 cm hoch, meist etwas niedriger, buschig sich ausbreitend, unbehelligt von Schädlingen und Krankheiten, dagegen gern von Bienen besucht, ohne allzu große Umstände vermehrbar mit Hilfe von Sommerstecklingen. Ein wahrer Schatz.       

 
Ilse Jaehner