Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,   

haben Sie bereits einmal darüber nachgedacht den Fokus in Ihrem Garten anders zu setzen? Und was soll das überhaupt heißen?       
Nun, da gäbe es natürlich verschiedene Ausführungen, die im Folgenden kurz aufgezeigt werden sollen.    

Um mit der leichteren Variante anzufangen:    
Sie können die Intention, mit der Sie Ihren Garten betreten und in diesem arbeiten einmal bewusst verändern.    
Fokussieren Sie sich einmal ganz auf das Sehen. Was passiert, wenn Sie diesem Sinn all Ihre Aufmerksamkeit schenken? Bemerken Sie mehr Details, mehr Farben?    
Oder wie ist es, einmal die Augen zu schließen und still in Ihren Garten zu horchen? Was hören Sie? Können Sie wahrnehmen, welche Geräusche explizit Ihr Garten erzeugt und welche von außerhalb hereindringen?   
Wie fühlt sich Ihr Garten an, wenn Sie ihn während der Sommermonate barfuß betreten, die Hände in Erde hineinwühlen oder die unterschiedlichen Gewächse in Ihrem Garten einmal achtsam zwischen Ihren Fingern spüren?   
Wie riechen die unterschiedlichen Pflanzen in den verschiedenen Ecken Ihres Gartens?     
Vor allem bei den Kräutern können Sie auch ausprobieren, wie es ist, wenn Sie sich ein zartes Blättchen abzupfen und es sich auf die Zunge legen. Wie ist das Gefühl im Mundraum und auf der Zunge? Welchen Geschmack nehmen Sie wahr?    

Sie dachten also, Sie kennen Ihren Garten in- und auswendig?    
Dann lassen Sie sich überraschen, wenn Sie oben genanntes Experiment einmal ausprobieren und genießen Sie diese Sinnesreise oder Neuentdeckung Ihres Gartens. Das Bild, das Sie von Ihrem Garten hatten, wird definitiv komplexer und vielschichtiger werden.         

Selbstverständlich können Sie nicht nur die Art und Weise mit der Sie Ihren Garten wahrnehmen verändern, sondern auch den Garten selbst. Das ist dann die etwas aufwändigere Alternative:     
Haben Sie sich schon mal gefragt, wie Ihr Garten aussehen müsste, wenn er ganz zum Wohle und nach den Bedürfnissen Ihrer teils unbemerkten Gartenmit­bewohner gestaltet wäre?     
Oder wie wäre es, wenn der Schwerpunkt auf natürlichen Naschereien läge?    
Wie sähe Ihr Garten aus, wenn er ganz der Selbstversorgung und der Erholung dienen sollte?    

Schreiben oder skizzieren Sie sich diese Varianten doch einmal auf und suchen Sie sich davon Ihre Lieblingsideen aus. Wie lassen sich diese in kleinen Schwerpunkt-Inseln in Ihrem Garten vereinen und realisieren?    

Dieses (Gedanken-)Experiment konnte hoffentlich Ihre Wahrnehmung und Ihren Blick auf Ihren Garten erweitern, Sie für frische Ideen öffnen und zu neuen Projekten motivieren. Viel Spaß bei diesen Erfahrungen bzw. Veränderungen.    

   

Ihr Karl Born,    
Vorsitzender des Hauptvorstands