Der Nutzgarten im Mai

Gegen Frostschäden vorsorgen   
Im Obstgarten ist Blütezeit. Da können Gartenbesitzer meistens nur zuschauen und hoffen, dass alles gut geht, kein Frost Aussichten auf beste Erträge zerstört. Leider muss man abgesehen von besonders milden Lagen um Obstblüten fürchten. Man kann selbst einiges tun, um solche Schäden zu verhindern.     

  • Keine Obstgewächse in Frostlöcher pflanzen.   
  • Schutz vor kalten Ost- und Nordwinden geben.   
  • Keine frühblühenden Obstarten wie Pfirsiche pflanzen.  
  • Von anderen Obstarten solche Sorten pflanzen, die möglichst unempfindliche Blüten haben.   
  • Beerenobstbüsche, schwachwüchsige Kern- und Steinobstbäume notfalls mit Folien, Sackleinen oder ähnlichem schützen. Wenn dann noch Blüten erfrieren, hat man jedenfalls sein Möglichstes getan, damit dies nicht geschieht.  

Wein und Kiwi können noch gepflanzt werden, bereits vorhandene sind zu schneiden. Sollte es recht trocken sein, muss man im März/April gesetzte Obstgehölze wässern, gegen Ende Mai die Wurzel­scheiben mulchen. Im Übrigen: abwarten.   
Im Gemüsegarten geht es hoch her mit Säen und Pflanzen. Man sät Mangold, die ersten Bohnen um den 10. Mai, die ersten Gurken um den 15.; ebenso Zucchini und Kürbisse. Diese Arten jedoch sollte man in Töpfen vorziehen und etwas später pflanzen. Man tätigt Folgesaaten von Möhren, Erbsen, Radieschen, Rettich, Salatarten, Rote Bete, pflanzt vor Mitte Mai Rosenkohl, nach Mitte Mai Tomaten, Sellerie, Paprika, Folgesätze von Kopfsalat, Kohlrabi, Kopfkohlarten, Blumenkohl, Brokkoli, Fenchel, gegen Ende des Monats Grünkohl. Ferner ist den ganzen Monat Pflanzzeit für ausdauernde Küchen- und Heilkräuter wie Salbei, Majoran, Bohnenkraut, Ysop, Rosmarin. Man sät Basilikum, einjähriges Bohnenkraut und Majoran.   
Die Pflegearbeiten nehmen mindestens so viel Zeit in Anspruch wie das Säen und Pflanzen. Zu dicht stehende Möhren, Zwiebeln, Rettiche, Rote Bete, Mangold werden auf ausreichende Abstände vereinzelt. Einige Stunden vorher wird gewässert, damit sich die Pflanzen besser ziehen lassen, gleich danach noch einmal, so dass sich die entstandenen Löcher wieder schließen. Selbstverständlich werden alle Kulturen bei Trockenheit ausreichend mit Wasser versorgt und nach mindestens jedem heftigen Regen gehackt. Empfindlichen Gemüse­arten gibt man noch bis Anfang/Mitte Juni Schutz, häufelt Kartoffeln und Erbsen an. Das Schönste kommt zum Schluss: man erntet Spargel, Rhabarber, Pflück- oder Schnittsalat, Spinat, Melde, Stielmus, Radieschen, Schnittlauch, Petersilie aus Augustsaat des vorigen Jahres, Sauerampfer, zarte Triebspitzen von Thymian, Dost für aromatische Soßen, Suppen, Brotaufstriche.                                  

Ilse Jaehner