Der Ziergarten im Mai

Immergrüne Laub- und Nadelgehölze kann man noch bis in den Mai pflanzen, allerdings nur solche, die nicht wie Rhododendren gerade blühen. Diese Gehölzgruppe wird praktisch nur in Containern herangezogen und verkauft, so dass solche Exemplare immer gut anwachsen, falls vor der Pflanzung ihre Ballen gründlich gewässert und nach der Pflanzung bis Herbst bei Trockenheit ausreichend feucht gehalten werden. Auch laubabwerfende Gehölze als Contai­nerware können gepflanzt werden, sogar wenn sie schon ziemlich weit ausgetrieben haben. Das gilt ebenfalls für Rosen. Man muss sich aber nach der Pflanzung besonders gut um solche Gehölze kümmern. Unbedingt ist Bodendecke vorzusehen, die Gießwasser im Boden hält, so dass es die Gehölze aufnehmen können. Bei starker Sonne könnte Beschattung durch ein Sonnensegel nützlich sein, dies vor allen Dingen bei immergrünen Gehölzen. Davon unabhängig vergegenwärtige man sich immer, dass die zuträglichste Pflanzzeit für Laubgehölze nur bis Triebbeginn geht, dieser Termin auch weiter strikt für Exemplare mit „nackten“ Wurzeln gilt.
Im Mai ist ferner Pflanzzeit für sommerblühende Blumenzwiebeln wie Dahlien, Gladiolen, Sterngladiolen, Hakenlilien, Tigerblumen, Schopflilien, vorgetriebene Canna- und Knollenbegonien. Auch Lilien kann man gut noch im Mai setzen, falls die Zwiebeln in speziellen Kühllagern künstlich im Wachstum zurückgehalten wurden. Man achte darauf, dass man tatsächlich einwandfreie Zwiebeln bekommt und nicht unsachgemäß gelagerte, die schon halb vertrocknet oder verfault sind.
Es geht weiter mit der Pflanzung sommer- und herbstblühender Stauden sowie ganz frühblühender Arten wie Lungenkraut oder frühe Primeln, die man direkt nach der Blüte teilen und verpflanzen kann. Ein großes Programm umfasst Saat und Pflanzung von Einjahrsblumen, teils direkt an Ort und Stelle, teils Pflanzung nach Vorkultur. Zur Pflanzung von Wasserpflanzen erwärmte sich das Wasser meist nun ebenfalls ausreichend.
Wo noch nicht geschehen, sind vorhandene Rasenflächen zu lüften und zu düngen. Moos breitet sich nicht aus, sofern die Gräser genügend Luft und Nährstoffe im Wurzelbereich haben. Rasenneusaat klappt jetzt problemlos, falls Vliesauflage die Erde selbst bei Trockenheit genügend feucht hält.
Es wird Zeit, die ersten Zweijahrsblumen, also Marienglocken­blumen, Bartnelken, Fingerhüte, Stockrosen, Königskerzen zu säen. Man muss bei den Staudenanzuchten aus Wintersaat rechtzeitig für Platz sorgen, nach der Blüte Flieder, Forsythien, Zierjohannis­beere und ähnliche Frühblüher auslichten. Nadelholzhecken werden ­geschnitten.     

                    

Ilse Jaehner