Wenn Holunder blüht

Köstliches und Gesundes           
Holunder blüht im Juni und Juli mit rahmweißen, kleinen Blüten in 10-20 cm breiten, schirmartigen Rispen. Die Blüten produzieren außerordentlich viel Pollen, für den sich Fliegen, Bienen, Hummeln interessieren und der sich beim Trocknen der Blüten als gelbes Pulver sammelt. Man pflückt die von Regen oder Tau abgetrockneten Blütenstände, sobald die Mehrzahl der Blüten aufgeblüht ist.   
Die Blüten ergeben eine erfrischende, gut schmeckende Sommerlimonade, indem man sie mit kaltem Wasser, Zitronensaft, wenig Zucker ansetzt und zwei Stunden ziehen lässt. Die Menge an Blüten, Wasser, Zitronensaft und Zucker bleibt jedem selbst überlassen. Nach zwei Stunden werden die Blüten abgesiebt und der Flüssigkeit einige frische Blütchen eingestreut, schon hat man köstlich erfrischendes und sehr appetitlich aussehendes, kinderfreundliches „Sternchenwasser“.   
Holunderblüten schmecken voll nach Sommer in Eierkuchenteig. Dazu den Teig wie gewohnt mit Mehl, Milch, Eiern, Prise Salz zubereiten und entweder die Blüten darin eintauchen und backen oder frittieren.   
Holundersekt prikkelt: Man nehme 10 Holunderblütenstände, ¼ l Obstessig, 1 kg Zucker, 2–3 Bio-Zitronen, 10 Liter Wasser, mische alles und lasse an warmem Ort 4–5 Tage ziehen, dann absieben und in dickwandige Flaschen füllen, fest verkorken, eventuell verdrahten, denn es entwickelt sich massiv Kohlensäure, die dünnwandige Flaschen ohne weiteres sprengt. Erste Proben schmecken nach etwa 14 Tagen. Kinder können auch probieren, da der Alkoholgehalt gering ist.    
Holunderblüten liefern den für seine gute Wirkung gegen Erkältungskrankheiten hoch geschätzten Fliederbeertee. Dazu die stärkeren Stiele der Blütenstände entfernen und dann äußerst schonend trocknen. Geht man grob mit den empfindlichen Blüten um, werden sie unansehnlich. Nachdem sie genügend trockneten, rebbelt man sie vorsichtig von den Stielen und trocknet noch einmal sanft nach. Unterbleibt das, hält sich in den noch vorhandenen Stielchen zu viel Feuchtigkeit, und die Droge verdirbt mitunter, vor allem, wenn man in Dosen oder Gläsern aufhebt.   
Fliederbeertee ist ein so genannter Schwitztee und bewährt sich vor allem bei fieberhaften Erkrankungen. Die Blüten enthalten als wirksame Bestandteile ätherisches Öl, Rutin und Quercetin, Pflanzenschleime und Gerbstoffe. 2 gehäufte Teelöffel Fleiderbeeren brüht man mit ¼ l Wasser auf und lässt 10 Minuten ziehen. Vorbeugend trinkt man den Tee nicht ganz so stark. Abgeschmeckt mit Zitronensaft und Honig ergeben Holunderblüten bekömmlichen Haustee, ohne jede unerwünschte Nebenwirkung. Und er schmeckt, er schmeckt sogar gut.   


Ilse Jaehner