Der Ziergarten im August

Anfang des Monats gibt es einiges zu tun, das man besser nicht aufschiebt. Dazu gehört unbedingt die Pflanzung von herbstblühenden Blumenzwiebeln, was besser sogar schon im Juli geschehen wäre. Im Laufe des Monats sind Zwiebeln von Madonnenlilien dran. Weiter bereitet man Pflanzstellen für Lilienschweif sowie herbstblühende Alpenveilchen vor und setzt genügend erstarkte Exemplare von Zweijahresblumen aus Mai- und Junisaat an Ort und Stelle. Der August ist günstig zur Pflanzung von Schwertlilien sowie zum Ver­jüngen älterer Bestände mit gleichzeitiger Vermehrung.      
Geteilt werden im August manche im Frühjahr und Frühsommer blühende Staudenarten wie Frühlingsgedenkemein, Kaukasusvergissmeinnicht. Man sät Islandmohn an Ort und Stelle für Blüte ab Mai bis Juli des nächsten Jahres. Man kann Bodendeckstauden durch Ausläufer vermehren, so Pachysandra, Immergrün, verschiedene Storchschnabelarten und dergleichen. Ferner ergibt sich Gelegenheit zur Stecklingsvermehrung verschiedener Gehölze wie Rhododendron, Buchsbaum, Ilex, Heidekrautsorten.   
Streng gezogene Hecken werden das zweite Mal im August geschnitten, Blumenwiesen bei Trockenheit, Sonne und Wärme ebenfalls ein zweites Mal gemäht. Rasen schneidet man bei trockener Hitze nicht so kurz wie sonst und seltener, wässert außerdem nur im alleräußersten Notfall. Leitungswasser ist teuer, und erfahrungsgemäß erholen sich Rasengräser ziemlich schnell, sobald es wieder feuchter wird, selbst wenn sie vorübergehend etwas gelblich wurden. Sollten sich Wasserpflanzen im Teich zu sehr ausgebreitet haben, besteht jetzt Gelegenheit, starke Wucherer auszudünnen.    
Für haltbare Wintergestecke sammelt man dazu geeignete Blüten und Früchte, ferner duftende Blüten für Potpourris, vor allen Dingen möglichst viel Lavendel, der nicht nur gut duftet, sondern auch Motten von Kleiderschränken und Kommoden fernhält. Verblühte Blüten, die den guten Gesamteindruck stören könnten, werden weggeschnitten. Die Erde zwischen Rosen, auf Beeten und Rabatten ist zu lockern und unkrautfrei zu halten.     
Obwohl so allerlei im Garten zu tun ist, nimmt man sich ausreichend Zeit, ihn mit seiner sommerlichen Pracht zu genießen. Jetzt wetteifern Sonnenbraut mit Sonnenblumen und Sonnenhüten, hoher Staudenphlox mit Indianernesseln, Edeldisteln mit Dahlien, Sommerblumen mit sich selbst. Dazu kommen Rosen, Sommerflieder, Hortensien, Clematis und andere. Schöner kann´s anderswo auch nicht sein.      
„Was hat ein Gärtner zu reisen? Ehre bringt’s ihm und Glück, wenn er sein Gärtchen versorgt“, meinte schon Goethe.          

Ilse Jaehner