Finale für wärmeliebendes Gemüse

Vor Kälte und Nässe schützen

Bohnen, Tomaten, Auberginen, Paprika, Kürbisse und Zucchini gehören zu den Gemüsesorten, die sich mit den ersten Frösten verabschieden; je nach Lage und Region sind sie zwischen September und Mitte bis Ende Oktober zu erwarten.   

Bohnen, die noch bis Mitte Juli gesetzt wurden, tragen bis zu den ersten Minusgraden. Es lohnt sich, zum Ende der Vegetationszeit auch kleinere Hülsen zu ernten; mit einer Abdeckung aus Folie lässt sich die Ernte etwas verlängern.   

Meist sitzen die Tomaten im September noch voll von grünen Früchten, die im Freien ohne Schutzmaßnahmen nicht mehr ausreifen. Im Freiland stehenden Tomaten kann man spezielle Hauben überziehen, die vor Kälte und Nässe schützen. Diese weisen zwar Atmungsöffnungen auf, bei starkem Sonnenschein ist es aber günstiger, sie tagsüber zu entfernen, um kein schwül-feuchtes Klima, das Pilzinfektionen begünstigt, entstehen zu lassen. Alle sich noch bildenden Blütenstände werden ausgekniffen, und auf jedes Gießen wird verzichtet, um die Reife zu beschleunigen.  Gesunde Pflanzen aus dem Freiland schneidet man kurz vor dem ersten Nachtfrost über dem Boden ab und hängt sie kopfüber in einem frostfreien Schuppen zum Trocknen auf. Die grünen Tomaten reifen auch am verdorrten Kraut langsam nach.    

Dasselbe Verfahren bietet sich für Auberginen an; den richtigen Reifezeitpunkt erkennt man, wenn die Früchte eine glänzende Oberfläche bekommen. Für Paprika lohnt sich diese Mühe kaum, da bereits die unreifen, grünen Früchte gut zu verwerten sind. Sie halten problemlos zwei Wochen im Kühlschrank oder können eingefroren bzw. eingelegt werden.   

Um die Kürbisernte zu beschleunigen, belässt man höchstens drei bis vier Früchte pro Pflanze; die weiteren sich bildenden weiblichen Blüten werden ständig herausgebrochen; auch Ausläufer können kontinuierlich zurückgeschnitten werden, um ein Überwuchern benachbarter Beete zu verhindern. Unter die sich entwickelnden Kürbisse legt man Holzbrettchen, um die Früchte vor Fäulnis zu schützen. Bedeckt man die Kürbisfrüchte an noch heißen Tagen mit feuchten Tüchern oder den eigenen angeknickten Blättern, wird ein Rissigwerden oder Platzen der Früchte vermieden. Erntereif sind Kürbisse, wenn sie hohl klingen. Der Ernteprozess lässt sich ab Mitte bis Ende September beschleunigen, indem man das Gießen einstellt und die Wurzeln in einem halben Meter Entfernung vom Spross mit einem Spaten absticht. Spätestens wenn nach den ersten Frösten im Herbst die Blätter schlappen, werden die Kürbisse geerntet; unreife Exemplare können an einer sonnigen, aber frostfreien Stelle nachreifen. An einem kühlen und luftigen Platz halten sie sich noch bis in den Winter hinein.   

Die Ernte der Zucchini erstreckt sich ebenfalls bis zu den ersten Frösten. Wenn man ab Anfang September die Früchte nicht zu groß werden lässt, entwickeln die Pflanzen noch weiter weibliche Blüten und damit Früchte. Es lohnt sich in diesen Wochen, die Früchte abends nach Einbruch der Dämmerung des Öfteren auf Schneckenbefall zu kontrollieren, die in den feuchten Herbstnächten sonst viele Zucchinis anfressen und damit unbrauchbar machen. Größere Zucchinis, vor den ersten Frösten geerntet, halten im Kühlschrank oder Keller noch einige Wochen.   

Mit etwas Vorbereitung lässt sich so vom fros­tempfindlichen Gemüse noch einiges ernten und die Küche bis weit in den Herbst hinein versorgen.                  

Foto und Text: Peter Busch