Zwetschgen – sommerliche Köstlichkeiten

Bei den Zwetschgen sind wirklich die spätesten die süßesten, was nicht heißt, dass die frühen nicht genauso gut schmecken. Doch da diese viel Saft ziehen, eignen sie sich meistens besser für Kompotte. Auch lösen sich die späten Sorten besser vom Stein. Diese köstlichen Früchte sind sehr lange schon in Europa heimisch, es gibt inzwischen über 2.000 Arten von Pflaumen und Zwetschgen. Leider aber werden sie, wie auch so mancher andere Baum, in letzter Zeit viel mehr von üblen Schäden bedroht, so dass man Zwetschgenbäume nicht mehr so häufig in den Bauerngärten findet wie früher, als sie ohne diese nicht zu denken waren. Die letzten süßen Zwetschgen wurden früher häufig getrocknet und waren im Winter gute Verdauungshelfer.  


Zwetschgenknödel, böhmische Art

Zutaten: 500 g Mehl, 20 g Hefe, 200 ml Milch, 2 Eigelb, 70 g Butter, Salz, Pflaumen bzw. Zwetschgen zum Füllen, evtl. auch mit Pflaumenmus­zusatz, Würfelzucker.  

Zubereitung: Butter und die Eigelb schaumig ­rühren, alle übrigen Zutaten außer Obst zugeben, an warmem Ort gehen lassen, wenn der Hefeteig gut durchgeknetet ist. Nach etwa 1 ½ Stunden den Teig ausrollen und in gleichmäßige Stücke für die Knödel teilen. Die gewaschenen, abgetrockneten, entsteinten Zwetschgen je mit einem Stück Würfelzucker füllen oder mit einem Klecks Pflaumenmus oder -marmelade und in jeden Knödel eine Zwetschge einhüllen. Danach auf ein bemehltes Brett setzen und nochmals kurze Zeit stehen­lassen. Salzwasser zum Kochen bringen und die aufgegangenen Knödel darin 10 Min. kochen lassen. Nicht alle auf einmal in den Topf legen, sondern bedenken, dass Hefeknödel auch im Topf sich immer noch vergrößern. Die fertigen Knödel in eine angewärmte Schüssel legen, nachdem sie gut abgetropft sind. Mit gerösteten Semmelbröseln, Zucker und zerlassener Butter auftragen.  

Tipp: Zwetschgen- und sonstige Obstknödel lassen sich auch gut aus Kartoffelteig herstellen. Den Teig knetet man aus folgenden Zutaten und verfährt damit wie bei Hefeteig, nur kann man sich die Zeit des Gehenlassens ersparen: 500 g gekochte und durchs Passiersieb getriebene Kartoffeln, 150 g Mehl, 1 Ei, 10 g Butter, Salz.  


Zwetschgenauflauf

Zutaten: 6 alte Brötchen, ½ L Milch, 50 g Zucker, 2 Eigelb, 500 g Zwetschgen.

Zubereitung: Die Brötchen in Scheiben schneiden. Die Milch mit dem Zucker aufkochen lassen und etwas davon mit dem Eigelb verquirlen, dann mit der ganzen Milch vermischt über die Brötchen geben.   Inzwischen die Zwetschgen waschen, entsteinen und halbieren. Eine Auflaufform gut einfetten und die Brötchenmischung abwechselnd mit den Zwetschgen einfüllen, den Zucker dazwischen streuen. Zuletzt mit Butterflöckchen belegen und in den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen schieben. Die Backzeit beträgt 30–40 Minuten. Vor dem Auftragen evtl. noch einmal nachzuckern.  


Zwetschgen in Essig und Rum

Zutaten: 3 kg Zwetschgen, ½ Flasche Rum, ¼ L Weinessig, 750 g Zucker, 3 Gewürznelken und etwas Stangenzimt.  

Zubereitung: Die Zwetschgen werden einzeln mit einem sauberen Küchentuch abgerieben und jede mit Zahnstocher, Nadel oder Stricknadel mehrmals eingestochen. Der Rum wird zusammen mit den Gewürzen und dem Essig aufgekocht und nach leichtem Abkühlen über die in ein sauberes Einmachglas eingelegten Zwetschgen gegeben (man kann auch kleine Schraubgläser verwenden, um nicht alle Früchte später auf einmal aufbrauchen zu müssen). Ungekochte Gläser mit einem Tuch abgedeckt stehen lassen. Am nächsten Tag die Flüssigkeit abgießen, erneut aufkochen und nach leichtem Abkühlen wieder über die Früchte gießen. Nun können die Gläser entweder mit Einmachhaut oder mit Schraubdeckeln verschlossen werden bis zum Verbrauch.  


Zwetschgen süßsauer

Zutaten: 2 kg große Zwetschgen, 1 kg Zucker, ½ L Weinessig, 1 kleine Zimtstange und 6 Nelken.  

Zubereitung: Die Verarbeitung ist wie vorhin, nur sollte der Sud noch ein drittes Mal aufgekocht und über die Früchte gegossen werden.  

 
Zwetschgenmarmelade

Nicht jedermann liegt das lange gekochte Zwetschgenmus. Dann empfiehlt sich eine sehr leckere Zwetschgenmarmelade, wobei man auf die entsteinten Früchte die gleiche Menge Zucker rechnet. Je Pfund gibt man mindestens 1 g Zitronen- oder Weinsäure zu. Zuerst werden die Früchte im Mixer zu Mus pürriert, dann mit Gelierzucker und der Zitronen- oder Weinsäure nach Vorschrift zu Marmelade gekocht, in Schraubgläser gefüllt und verschlossen.                        

Gertrud Knobloch