Die Australische Wollschildlaus

Ein neuer/alter Schädling in Ausbreitung    

Gelegentlich erreichen mich Anfragen nach Schädlingen vorwiegend an exotischen Gehölzen wie Citrus-Pflanzen. Eine sehr auffällige Art ist die Australische Wollschildlaus mit wissenschafltlichem Namen Icerya purchasii. Diese Schildlausart ist schon länger in Ausbreitung, und daher keinesfalls neu in unseren Breiten. Sie soll bereits im Jahr 1896 in Europa erstmals festgestellt worden sein. In England kommt die Art seit langen im Freiland zurecht und der nicht mehr zu leugnende Klimawandel dürfte noch der weiteren nördlichen Aus­dehnung Vorschub leisten.       

Ursprünglich kommt die Art, wie der deutsche Name zum Ausdruck bringt, aus Australien.      

Diese Schildlaus hätte durch das massenhafte Auftreten und die Saugtätigkeit der Tiere fast den Citrus-Anbau in Kalifornien zum Erliegen gebracht. Ein starker Befall ließ die attackierten Pflanzen wie ‚schneebedeckt‘ erscheinen.     

Das besondere an dieser Schildlaus ist die Tatsache, dass alle Stadien beweglich sind. Das ist bei anderen Schildlausarten nicht der Fall. Es sind immer nur weibliche Tiere, die unter dem leicht aufgedunsenen Körper eine große Menge an Eiern beherbergen. Es sollen insgesamt etwa 600 bis 800 Eier sein, andere Quellen gehen von bis zu 1500 Eiern aus. Hinzu kommt ein enorm großer Wirtspflanzenkreis. Es sollen und können Vertreter von über 80 Pflanzenfamilien befallen werden. Dabei handelt es sich nicht nur um Gehölze, wie im Falle von Citrus und Lorbeer, sondern durchaus auch um krautige Pflanzen.     

Der Schlupf der Larven ist fortlaufend und wird durch hohe Temperaturen beschleunigt.  Mit einer Handlupe augerüstet lassen sich diese orangefarbenen Larven auch leicht erkennen.       

Die Larven durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien. Die neugeschlüpften Larven sind sehr empfindlich für jegliche Behandlungsmassnahmen mit Insektenbekämpfungsmitteln. Als erste Maßnahme bei Feststellung eines Befalls ist, die Tiere manuell zu entfernen. Sollte dies etwas unangenehm sein, ziehen Sie sich vorsichtshalber Handschuhe an. Die entfernten Weibchen werden direkt im Hausmüll entsorgt. Anschließend werden die Befallsstellen weiträumig mit Spiritus, Alkohol, Zitronensaft oder Schmier­seifenlösung behandelt. Mit einer Lupe lässt sich an den Trieben feststellen, ob schon die orangefarbenen Larven geschlüpft und unterwegs sind. Ist dies der Fall, sollte man gelegentlich mit Schmierseifenlösung zu Werke gehen. Untersuchen Sie auch nahestehende Pflanzen, denn bei dem erwähnten großen Wirtpflanzenkreis ist ein Befall benachbarter Pflanzen keineswegs auszuschließen.      

Der Citrus-Anbau in Kalifornien und anderen Regionen weltweit, konnte durch das Ausfindigmachen, das erfolgreiche Vermehren und die anschließende Etablierung eines Nützlings gerettet werden. Bei dem Nützling handelt es sich um eine Marienkäfer-Art mit wissen­schaftlichem Namen Rodolia cardinalis. Die Larven und auch die erwachsenen Tiere ernähren sich ausschließlich von diesem ­Schädling.       

Foto und Text: Thomas Bay