Herbstchrysanthemen sind spät dran

So kommt man mit ihnen klar

Herbstchrysanthemen sind wunderschöne Blüher für die spätere Jahreszeit. Niemand kann sich ihrem Reiz entziehen und doch machen sie sich vergleichsweise rar in Gärten. An Versuchen, mit ihnen auszukommen, fehlt es nicht, doch irgendwie passt es dann nicht so ganz zu dauerhaftem Übereinkommen mit großem Blütenreichtum im Herbst Jahr für Jahr. Vier Gründe sind dafür verantwortlich: erstens die fremde Herkunft der Pflanzen, verstärkt durch zweitens Blühbereitschaft erst im Herbst, abweichend von den hiesigen Gegebenheiten, drittens bestimmte Vorstellungen der Pflanzen für zusagende Standortverhältnisse, viertens unterschiedliche Eignung der Sorten vor allem im Hinblick auf Winterhärte. Wer diese Voraussetzungen rechtzeitig  berücksichtigt, hat sicher Erfolg mit Herbstchrysanthemen.   

Diese Stauden sind ostasiatischen Ursprungs mit jahrtausendealter Tradition, ausgehend von China, später nach Japan übergreifend und dort fast noch beliebter als im Stammland. Die klimatischen und sonstigen Verhältnisse weichen von europäischen ab. Chrysanthemen bleiben in gewisser Weise Fremdlinge, die zudem als Kurztagspflanzen gehörig aus der Reihe tanzen. Wenn heimische Gewächse sich auf den Winter vorbereiten, fangen sie mit dem Blühen an, und diese späten Blüten haben ihren Preis in oftmals ungenügender Winterhärte.   

Was Herbstchrysanthemen an jahreszeitlicher Entwicklung fremd ist, müssen zusagende Umweltverhältnisse und gute Pflege ausgleichen. Fangen wir beim Boden an. Gut eignen sich für Chrysanthemen kiesige, lehmige, sandige, kalkhaltige Mineralböden, Standorte auf angeschüttetem Gelände, Hänge und Böschungen, egal, welche Himmelsrichtung, Norden ausgenommen. Der Platz sei jedenfalls sonnig, offen, doch zugfrei mit mildem, langem Herbst. Wo die Luft sich staut und es öfter feuchtwarm ist, stellt sich schnell Mehltau ein. Bei Trockenheit ist zu gießen. Gepflanzt wird nur im Frühjahr. Jährliche Düngung erfolgt mit nährstoffreichem Kompost oder sonst gehaltvollem Naturdünger zu Anfang des Wachstums, Rückschnitt der im Herbst vergehenden Triebe erst im Frühjahr mit Beginn des neuen Triebs.   

Herbstchrysanthemen gingen als Hybriden aus der Verbindung verschiedener Arten hervor. Wichtig ist vor allem die Winterhärte, die bei Koreanum- beziehungsweise Zawadskii-Abkömmlingen am größten ist. Als genügend hart seien genannt: ‚Bienchen‘, ‚Nebelrose‘, ‚Fellbacher Wein‘, ‚Goldmarianne‘, ‚Clara Curtis‘, ‚Duchesse of Edinburgh‘, ‚Paul Boissier‘. Außerdem achte man auf die Blütezeit. Frühblüher, die ab Anfang September blühen, haben in weniger günstigen Lagen unbedingt Vorzug. Ob die Sorten ungefüllt oder gefüllt blühen, welche Farbe die Blüten haben, ist dagegen weniger wichtig.  

Foto und Text: Ilse Jaehner