Eine kleinblütige Passionsblume für drinnen

Passiflora morifolia  

Die Passionsblumen der Gattung Passiflora sind enorm vielgestaltig. War es bis vor einigen Jahren nur die blaublütige Passiflora caerulea, die der Handel anbot, sind heute eine Vielzahl von Arten dazugekommen. Bei nahezu 500 beschrieben Arten lässt sich aus dem Vollen schöpfen. Neben dem großen Farben- und Formenspiel der Blüten, wobei auch enorme Größenunterschiede festzustellen sind, zeichnen sich einige Arten auch durch sehr variantenreiche Blattformen aus. Hinzu kommt auch noch die Essbarkeit einiger Arten, wobei die Maracuja die weiteste Verbreitung und Bekanntheit erlangt hat.   

Hinsichtlich der besonderen Blattformen soll hier die Maulbeer­blättrige Passionsblume, Passiflora morifolia, vorgestellt werden. ­Diese Art bleibt hinsichtlich der Wuchsgröße zwar etwas gedrungener, doch ist sie in der Pflege etwas anspruchsloser und kommt auch in Innenräumen zur Blüte.  

Bei einem ihr zusagenden hellen Standort mit ganzjährigen Temperaturen über 15 ºC kann diese Art fast das ganze Jahr über blühen. Bei einem Aufenthalt im Freien fällt die Hauptblütezeit in die Monate Juni bis Oktober.   

Die wohlriechenden Blüten sind weiß und purpurfarben und haben einen Durchmesser von etwa 3 cm. Sie sind selbstfruchtbar und nach erfolgter Bestäubung entwickeln sich runde, dunkelpurpurne Früchte, die entfernt an Zwetschgen erinnern. Die Früchte sind essbar, liegen aber vom Geschmack weit entfernt von den gewerblichen Passionsfrüchten. Die Art stammt, wie ein Großteil der Passiflora-Arten, aus Südamerika. Hier ist sie vorwiegend in Bolivien, Argen­tinien, Paraguay und das angrenzende Brasilien verbreitet. Doch auch in weiteren anderen Ländern sind Vorkommen dieser Art gemeldet.   

P. morifolia ist eine hervorragende Futterpflanze für viele Raupen der Schmetterlingsgattung Heliconius. Daher kann man der Pflanze oftmals in tropischen Schmetterlingshäusern begegnen.  

Die Anzucht erfolgt aus Samen, die zahlreich in den Früchten enthalten sind. Sie sind recht einfach im Samenhandel und auf ­Samentauschbörsen aufzutreiben und auch der Verfasser kann ­wegen Saatgut angeprochen werden.                           

Thomas Bay