Rainfarn hilft bei Pflanzenkrankheiten

Vorbeugung – Tee vom Kraut kommt zur Anwendung

Pflanzen helfen nicht nur uns Menschen bei der Überwindung von Krankheiten, auch im naturgemäßen Gartenbau werden sie erfolgreich zur Vorbeugung gegenüber Krankheiten oder ganz gezielt beim Auftreten bestimmter Schadorganismen eingesetzt.   

Am bekanntesten ist sicherlich eine in Afrika wachsende Margeritenart, deren Wirkstoff ­Pyrethrum tödlich auf alle Insekten wirkt, seien es Nützlinge oder Schädlinge, und deren Gebrauch daher sehr problematisch ist. Ungefährlicher sind Pflanzen, die nur selektiv auf bestimmte Schädiger reagieren oder bereits im Vorfeld Krankheiten vermeiden. Dazu gehören der Schachtelhalm, der Kulturpflanzen vor Pilzerkrankungen schützen hilft, Salbei und Wermut, die bei Problemen mit verschiedenen Insekten eingesetzt werden, und der Rainfarn, der bei tierischen und pilzlichen ­Problemen weiterhilft.   

Rainfarn ist nicht, wie man vom gesprochenen Wort vermuten könnte, eine Farnpflanze, die an unserem größten deutschen Fluss zu finden ist, sondern ein Korbblütler, der häufig am Feldrain, also neben Feldern, an Wegen und Waldrändern in ganz Europa wächst. Jetzt im Hochsommer erkennt man diese Pflanze gut an ihrer aufrechten Gestalt mit einer Höhe von bis zu 1,5 Metern und den zahlreichen strahlend gelben, knopfartigen, ca. ein Zentimeter großen Blütenköpfchen, die in einer Doldenrispe stehen. Wegen seiner fiederspaltigen Blätter zählt der Rainfarn zu den Kompasspflanzen, die sich bei vollem Sonnenlicht genau senkrecht nach Süden ausrichten.   

Die ganze Pflanze riecht stark aromatisch und enthält verschiedene ätherische Öle, darunter das giftige Thujon sowie Bitter- und Gerbstoffe. Sein Volksname Wurmkraut weist darauf hin, dass er früher in der Volksmedizin bei Wurmleiden angewendet wurde; heutzutage ist wegen seiner bekannten Giftigkeit von so einem Gebrauch allerdings dringend abzuraten.   

Mit Erfolg lässt sich Rainfarn aber im naturgemäßen Gartenbau vielfältig anwenden: das gehäckselte Kraut über die Möhrenreihen gestreut, dient zur Geruchsüberdeckung beim Schutz vor der Möhrenfliege. Ein Tee als Spritzmittel hilft bei Problemen mit Milben an Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren ebenso gut wie bei einem Befall mit Blatt- und Wurzelläusen, Blattwespen und auch störenden Ameisen. Im Obstbau kann man den Tee auch zu Flugzeiten des Apfelwicklers und Frostspanners und im Gemüsebau beim Kohlweißling zur Geruchsüberdeckung ausbringen.   

Zusammen mit Schachtelhalm als Brühe zubereitet und über Saatbeete ausgebracht, bieten diese Kräuterauszüge einen vorbeugenden Schutz gegen Pilzerkrankungen.  

Rainfarntee bereitet man zu, indem man 30–50 Gramm des getrockneten Krautes mit einem Liter kochendem Wasser übergießt. Nach dem Erkalten wird die abgesiebte Lösung unverdünnt gespritzt.   

Eine Schachtelhalm – Rainfarnbrühe stellt man her, indem man je ca. 200 g (entspricht 20 g getrockneter Pflanzen) vom frischen Kraut über Nacht in zehn Liter Wasser einweicht, dann aufwärmt und eine halbe Stunde kochen lässt. Nach dem Erkalten wird die durchgesiebte Brühe direkt verwendet.   

Den höchsten Gehalt an Inhaltsstoffen hat der Rainfarn jetzt zu seiner Blütezeit. Obwohl in den Blüten die Konzentration der Stoffe am größten ist, kann man ruhig das ganze Kraut über dem Boden abschneiden und kopfüber trocknen.                                               

Peter Busch