Gewöhnliche Goldrute – Solidago virgaurea

Das unwiderstehliche Goldlöckchen

Die Kanadische Goldrute ist allgegenwärtig. An Bahndämmen, auf Brachen oder an Wegrändern hat sie oft die Vorherrschaft übernommen. Leider ist sie, wie der Name schon ahnen lässt, nicht heimisch – und invasiv. Sie kommt mit fast allen Standorten zurecht und verdrängt zahlreiche andere Pflanzen. Das ist schädlich für die heimische Natur.   

Deutlich unbekannter ist ihre mitteleuropäische Verwandte, die Gewöhnliche oder Echte Goldrute, um die es im Folgenden geht. Was auch daran liegt, dass sie bei weitem nicht so ausbreitungs-freudig ist. Wurzelausläufer bildet die heimische Goldrute nämlich nicht. Sie ist recht anspruchslos, was den Standort betrifft, und verträgt Halbschatten und trockene Böden. Dort wird sie meist um die 40 cm hoch. Sie ist also auch als Einzelpflanze deutlich zurückhaltender als ihre aufdringliche Schwester aus Kanada, die gut 2 m groß werden kann. Umso beliebter ist die heimische Goldrute in der Insektenwelt: Mehr als 60 Insektenarten fressen an ihren Blättern, darunter 17 verschiedene Falterarten. Die späten Blüten werden gerne von Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen besucht.   

Uns Menschen bietet die heimische Goldrute neben goldgelben Farbtupfern im Spätsommer und Herbst auch Inhaltsstoffe, die entwässernd wirken. Zudem wurde sie auch lange Zeit als Färber-pflanze genutzt. Im Garten können wir sie gut mit Blut-Storchschnabel, Tauben-Skabiose oder verschiedenen Glockenblumen kombinieren. Und auch im Topf auf dem Balkon oder der Terrasse „funktioniert“ sie gut. Dort erstrahlt sie dann, wenn ansonsten nur noch wenig blüht.   

Stiftung für Mensch und Umwelt
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