Der Nutzgarten im Dezember

Komposthaufen kommt zuletzt    

Geplante Pflanzung von Obstgehölzen wird zügig erledigt. Theoretisch ist zwar Pflanzung möglich, solange der Boden frostfrei ist, doch je eher man pflanzt, desto intensiver können die Gehölze noch Verbindung mit der Erde finden, desto besser entwickeln sie sich im nächsten Jahr. Vieles muss getan werden: Pflanzgruben ausheben, für Bäume Pfähle setzen, Pflanzkandidaten wässern, pflanzen, angießen, Baumscheiben mulchen.   

Sowohl Beerenobststräucher wie Obstbäume müssen unbedingt licht und triebkräftig gehalten werden. Das Innere von Baumkronen und Sträuchern braucht Sonne und Luft, damit auch dort einwandfreie Früchte entstehen und reifen. Außerdem soll Wind die Blätter nach Niederschlägen rasch abtrocknen können. Schnitt erfolgt jedoch nur bei frostfreier Witterung.   

Wer im Dezember noch aus dem Garten Gemüse ernten will, schützt Spinat oder Feldsalat mit Vlies oder Folientunnel, schüttet zwischen Porree- und Mangoldreihen Laub. Rosenkohl wird nun zügig geerntet, und auch Grünkohl sollte bis Ende Dezember das Beet räumen. Gegebenenfalls wird eingefroren. Frühbeete mit Schnittsalat, Feldsalat, Winterspinat, Löffelkraut sind bei milder Witterung gut zu lüften, auch nachts. Steht das Frühbeet über Winter leer, bringt man die Fenster trocken unter. Im Haus beginnt Treiberei von Chicorée, Löwenzahn- und Petersilienwurzeln, Schnittlauch und Keimsprossen.   

Bodenbearbeitung wird zügig erledigt, denn jeden Tag kann sie bei ständiger Feuchtigkeit oder Frost unangenehmer, schwieriger oder sogar unmöglich werden. Schwere und humusärmere Erde verdichtet verhältnismäßig schnell und ist mechanisch aufzulockern. Dabei darf jedoch die obere bakterienreichste Erde nicht untergebuttert werden. Die Bodenkrume als solche soll erhalten bleiben. Zusammen mit Humuszufuhr sorgt grobscholliges Graben dafür, die Bodenstruktur deutlich zu verbessern, wozu ferner die auflockernde Wirkung von Frost beiträgt. Humusreiche Erde braucht dagegen nur mit dem Sauzahn aufgelockert zu werden. Abschließend breitet man Bodendecke aus grobem Kompost oder Gartengehäckseltem aus.   

Es wird Zeit, den Komposthaufen zu richten. Es ist ratsam, ihn dabei mit etwas älterem, bakterienreichem Kompost zu „impfen“, mit kohlensau-rem Kalk und Gesteinsmehl anzureichern, um den Rottevorgang zu beschleunigen. Zum Schluss deckt man den Haufen mit schwarzer Folie, damit die Masse weniger auskühlt und noch schneller verrottet. Am letzten Arbeitstag bringt man alles Gartengerät trocken unter, dreht das Absperrventil der Wasserleitung zu und lässt die Leitung ­leerlaufen.                                                                                        

Ilse Jaehner

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