Christusdorn ist Warmblütler

…und blüht ganzjährig   

Einige Zimmerpflanzen haben den großen Vorzug, unabhängig von der Jahreszeit warm stehen zu können und darum auch in durchgehend geheizten Räumen wunderbar zu gedeihen und zu präsentieren, wozu andere, die es zumindest zeitweise kühler haben wollen, unfähig sind. Solch ein Warmblütler ist Chris­tusdorn. Im Heimatland vieler Wolfsmilchgewächse Madagaskar wuchs als Naturbastard Euphorbia x lomii. Vom Christusdorn in seiner ursprünglichen Form unterscheidet er sich durch größere Blätter und Blüten. Inzwischen entstanden züchterisch zahlreiche Sorten mit unterschiedlich gefärbten Blüten, außer mit gewohnt roten, solche mit orangefarbenen, gelben oder fast weißlichen.   

Ein weiterer Vorzug dieser modernen Züchtungen ist die erstaunliche Blühwilligkeit selbst junger Exemplare. Unabhängig von der Jahreszeit entwickeln sich in ununterbrochener Reihenfolge immer neue Blüten. Die Pflanzen gehen dabei systematisch vor: ein neues Blatt, eine neue Blüte, wieder ein neues Blatt und wieder eine neue Blüte und so fort. Insofern stehen vegetatives und generatives Wachstum in unmittelbarem Zusammenhang.   

Dass Christusdorn zu den Wolfsmilchgewächsen gehört, ist unschwer am aus Wunden austretenden Milchsaft zu erkennen ist. Der ist giftig, empfindliche Personen sollten beim Umgang Handschuhe tragen. Christusdorn kann als sukkulente Pflanze in bestimmten Partien – hauptsächlich Stammgliedern – Wasser speichern, was ihn für wärmere Räume so begabt macht. Wünschenswert viel Sonne bekommt er an Südfenstern. Im Sommer, wenn die Tage lang sind und der Himmel hell, kann Christusdorn auch mal in andere Himmelsrichtungen schauen, doch im Winterhalbjahr sollte er unbedingt sonnig stehen. Keine Sonne – keine Blüten.  

Grundsätzlich hängt das Verhalten von Christusdorn stark von Tageslänge und Lichtfülle, auch von Wärme ab. Deswegen gleicht kein Christusdorn dem anderen. Der jeweilige Standort prägt die Pflanze. Normalerweise hört das Wachstum im Herbst auf, und die Pflanze verliert dann eventuell einen Teil der Blätter. Blüten werden trotzdem gebildet, doch weniger. Bei Wintertemperaturen um 20 Grad gibt es keine Pause. Ob man einer gut entwickelten Pflanze nach reicher Sommerblüte nicht doch im Winter eine Erholungszeit mit etwas niedrigeren Temperaturen um 15 Grad gönnen will, muss jeder selbst entscheiden. Möglich ist es. Entsprechend weniger wird gegossen und nicht gedüngt. Allgemein wünscht Christusdorn gleichmäßige Feuchtigkeit, bei Trockenheit leiden seine feinen Faserwurzeln. Während der Hauptwachstumszeit ist wöchentliches Düngen angesagt, umgetopft entsprechend Entwicklung in mit etwas Sand vermischter Blumenerde wird im Frühjahr.   

Ilse Jaehner