Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium)

Weihnachten. Ihre stacheligen Blätter mit den roten Beeren schmücken dort viele Wohnzimmer. Als „Holly“ besingen die Menschen sie sogar in Liedern zum Fest.  

Doch nicht nur in England, auch bei uns in Deutschland – und hier vor allem im Westen und im Alpenvorland – ist die Europäische Stechpalme heimisch. Sie ist zweihäusig, es gibt also männliche und weibliche Exemplare.  

Der „Baum des Jahres 2021“ mag es eher schattig und ist immergrün. Das macht ihn für viele Gärten interessant. Dort eignet sich die „Hülse“, wie die Pflanze auch genannt wird, als Unterwuchs, als Solitärbaum oder als Hecke. Hier kann sie durch Wurzelausläufer einen dichten Bestand bilden.  

Die wehrhafte Pflanze wird gerne als Brutplatz von Singvögeln genutzt, die später im Jahr auch die für uns giftigen Beeren fressen. Mauerbienen, die Frühlings-Seidenbiene und verschiedene Sandbienen sammeln den Pollen der eher unauffälligen Blüten, die im Mai und Juni erscheinen.  

Die ledrigen, sattgrünen Blätter sind vor allem im unteren Bereich der Pflanze stachelig. In höheren Bereichen werden die Blätter weniger wehrhaft. Das ist ein Hinweis darauf, dass sich die Stechpalme vor Verbiss durch Kaninchen, Rehe oder weitere Arten schützt.  

Auch das Holz ist schon zu Ehren gelangt: Sowohl Goethes Spazierstock als auch der Zauberstab von Harry Potter sind aus Stechpalmenholz geschnitzt. Weil sie durchaus undurchdringliche Dickichte bilden kann, ist sie im Spruch „Ilse bilse, keiner willse, die böse Hülse!“ verewigt.  

Doch dies stimmt heute nicht mehr. Viele Gärtnerinnen und Gärtner schätzen die Eigenschaften der Stechpalme. Hat Sie auch ein schattiges Plätzchen in Ihrem Garten gefunden?  

Stiftung für Mensch und Umwelt  

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