Johannisbeer­sträucher zur Zierde

Zwei praktische Arten für den Garten  

Johannisbeersträucher mit leckeren roten Beeren wachsen fast in jedem Garten. Blutjohannisbeeren (Ribes sanguineum) mit intensiv roten Blüten sollten ähnlich häufig sein. Sie sind brauchbar als ­Hecke, Bienenweide, Vogelschutz- und -nährgehölz, taugen zur Böschungsbegrünung, als Unterwuchs unter höher werdenden Gehölzen. Man pflanzt Exemplare mit nackten Wurzeln möglichst früh im Frühjahr vor Austrieb, Container-Pflanzen noch im späteren Frühjahr nach Austrieb.    

Die für den Garten wichtigste Zierjohannisbeer­sorte blüht zeitgleich mit Forsythien im April/Mai. Wer eine Forsythie hat, die wächst wohl praktisch in jedem Garten, und noch keine Blutjohannisbeere, sollte schleunigst pflanzen, denn beide Sträucher steigern sich gegenseitig in der Wirkung. Man pflanzt jedoch nicht die Art, die aus Nordamerika stammt, sondern wahlweise eine Sorte, am besten ‚King Alfred VII‘ mit großen, reinroten Blüten in umfangreichen Blütenständen oder ‚Pulborough Scarlet‘, deren tiefrote Blüten mit weißer Mitte große Blütentrauben bilden. ‚King Edward VII‘ wird 150–200 cm hoch und bleibt damit etwas niedriger als ‚Pulborough Scarlet‘ mit 200–250 cm.    

Blutjohannisbeersträucher sind nicht anspruchsvoll, gedeihen in Sonne und Halbschatten, blühen allerdings an sonnigem Platz entschieden reicher, vor allem, wenn der Boden humos und genügend feucht ist. Trockenheit wird weniger vertragen, ebenso schwerer, kalter, verdichteter Boden. Da die Sträucher verhältnismäßig rasch altern, ist es ratsam, sie durch fortgesetztes Auslichten trieb- und blühfreudig zu halten. Dazu dient ebenfalls der Rückschnitt von Langtrieben beziehungsweise das Entspitzen sehr wüchsiger Langtriebe gleich nach der Blüte. Es stellt sich auch in diesem Fall wieder heraus, dass es lohnt, sich um jedes Gehölz im Garten intensiv zu kümmern, selbst wenn eins so simpel ist wie die Blutjohannisbeere. Übrigens: Die Sträucher fruchten mit roten, blaubereiften Beeren, die essbar sind, aber nicht schmecken. Vögel sind dennoch interessiert, Insekten an den Blüten.   

Die ­Alpenjohannisbeere (Ribes alpinum) ist ein heimisches Gehölz und vorwiegend in Süddeutschland anzutreffen, häufig im Straßenbegleitgrün sowie als Hecke entlang privater Grundstücksgrenzen an Straßen, weil es Abgase und Streusalz erstaunlich gut verkraftet. Es blüht gelblich-grün im April/Mai wenig auffallend. Immerhin bereichert es mitsamt einigen anderen, willkommenen Eigenschaften den naturnahen Garten, liefert zum Beispiel Pollen für Bienen. Es ist anpassungsfähig an verschiedene Bodenarten von mäßig trocken bis frisch, schwachsauer bis alkalisch, verträgt Halb- und Vollschatten sowie die Wurzelkonkurrenz anderer Gehölze. Das schnittverträgliche Gehölz eignet sich für 100–200 cm hohe Hecken.                                                       
Ilse Jaehner