Hortensien der Extraklasse

­­Sie beeindrucken mit Blüten und Blättern   

Ist der Garten mit dem Nötigsten an Bäumen und Sträuchern versorgt, wird es Zeit, nach pflanzlichen Besonderheiten Ausschau zu halten, nach so wunderschönen Gehölzen wie Riesenblatthortensie und Samthortensie. Beide haben das gewisse Etwas, das sie aus dem Mittelmaß des Gehölzangebotes deutlich hervorhebt. Sie stammen aus Ostasien, und das Fremde, um nicht zu sagen Exotische, sieht man ihnen an.   

Die genannten Hortensien wachsen auffallend sparsam verzweigt, betont breit mit wenigen, dicken Trieben. Allmählich werden sie 2 m hoch, eventuell noch höher, besonders Blatthortensien etwas zügiger. Der deutlichste Unterschied besteht in der Größe der lanzettlichen Blätter. Jene der Riesenblatthortensie werden bis 35 cm lang, sind wirklich beeindruckend, dunkelgrün, oberseits rau behaart, unterseits weiß behaart. Bei der Samthortensie sind sie immer noch beachtlich, aber nur 10–27 cm lang, oberseits mittelgrün bis samtgrün mit wenigen weißen Zotten, so genannten Trichomen, dagegen unterseits samtig-dicht weiß behaart. Auffallend ist ferner die starke rötliche Behaarung der Triebe, vor allem bei der Samthortensie. Die fruchtbaren Scheibenblüten dieser Hortensie färben sich unterschiedlich bläulich-rosig je Pflanze, während die unfruchtbaren Randblüten immer weiß sind. Die Scheibenblüten der Riesenblatthortensie halten sich mehrheitlich an Violett zu ebenfalls immer weißen Randblüten. Samthortensien blühen von Juli bis September, Riesenblatthortensien von Juli bis in den August und erweisen sich in dieser Zeit als echte Hingucker.  

Diese aparten Hortensien sind typische Solitärsträucher, müssen ganz frei stehen, lieben eher absonnige Plätze als volle Sonne und etwas geschützten Standort, der winterlich-scharfen Ostwind fernhält. Eine schützende Rahmenpflanzung um den Garten erweist sich als sehr förderlich. Diese Hortensien sind wie eigentlich alle ihrer Art dankbar für frischen bis feuchten, dabei unbedingt durchlässigen, humosen Boden von leicht saurer bis neutraler Reaktion. Er sollte nicht zu nahrhaft sein, weil sonst die Sträucher vor dem Winter nicht genügend ausreifen und vor allem die Triebspitzen zu weich bleiben. Dann kann es an ungünstigen Standorten zu Frostschäden kommen. Man wartet gegebenenfalls im Frühjahr den Austrieb ab und schneidet erst dann bis ins nicht geschädigte Holz zurück. Da diese Hortensien an den Spitzen diesjähriger Triebe blühen, bringt der Rückschnitt keinen Verlust an Blüten. Vor Beginn der Winterfröste decke man die Wurzelscheiben reichlich mit Laub.                                                                              

Ilse Jaehner

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