Ein Herbst ohne Herbstastern ist kaum vorstellbar, war jedoch vor Columbus die Regel, denn die Ahnen der wichtigsten Asterngruppen stammen aus Amerika. Züchter hierzulande nahmen sich ihrer an, unter anderem Werner Pötschke aus dem allseits bekannten Gartenversandhaus Pötschke, der eine von ihm gezüchtete Sorte 1969 im Gedenken an seine Mutter ‚Alma Pötschke‘ nannte. Die gefällt vor allem mit intensiv pinkfarben-roten, halbgefüllten Körbchenblüten, deren große Strahlkraft ihr nebst weiteren guten Eigenschaften bei Sichtung des Sortimentes ein „sehr gut“ eintrug.
Es geht um staudige, hohe Herbstastern, die in mehrere Gruppen unterteilt werden. Zwei der markantesten sind, je nach Struktur der Blätter, Glattblattastern und Raublattastern, botanisch Aster novi-belgii und Aster novae-angliae. Glattblattastern sind, salopp ausgedrückt, vorwiegend für blaue Blüten zuständig, Raublattastern für rote, wenngleich auch Blau- und Weißblüher vorkommen, die farbunabhängig Bienen, Schmetterlinge, Hummeln scharenweise anlocken.
Raublattastern, inklusive ‚Alma Pötschke‘, wollen gern gut behandelt werden, an einem sonnigen, in der Mittagszeit nicht zu heißem Platz mit ausreichend Feuchtigkeit im Boden. Sie sind begierige Humuszehrer, lieben lockere, etwas frische Erde mit genügend Nährstoffen ohne allzu hohen Stickstoffanteil, der ihre Standfestigkeit mindern würde, auf die man jedoch Wert legt. Wie andere Raublattastern wird ‚Alma Pötschke‘ 80–120 cm hoch und soll die ganze Blütezeit im September und Oktober stramm aufrecht stehen. Darum verbessert man die Erde gleich nach dem Winter vorteilhaft mit angereichertem Kompost oder sonstigem biologischen Bodenverbesserer, im Spätherbst nach Rückschnitt der Triebe bis zur Erde mit Bodendecke aus Kompost, Gartenhäcksel oder ähnlichem. Letzteres dient nicht dem Winterschutz, da diese Astern völlig winterhart sind, sondern um dem Humuswunsch zu genügen.
Damit erreicht man zugleich, dass man das Teilen und Neupflanzen zum Zwecke der Verjüngung, was normalweise alle 3–4 Jahre nötig wird, um 1–2 Jahre verschieben kann. Länger sollte man nicht damit warten, um die Pflanzen gut blühend zu halten. Spätestens wenn die Mitte einer Pflanze verkahlt, sich eine Tonsur bildet, wird es höchste Zeit zum Aufnehmen, Teilen und wieder Pflanzen. Außerdem sollte man während der Blüte öfter mal nach Verblühtem schauen, es entfernen und so ver-hindern, dass sich sortenfremde, minderwertige Sämlinge breitmachen.
Noch eine Besonderheit ist bei Raublattastern zu beachten. Die unteren Blätter der Triebe verfärben sich ohne Folge etwa von Schädlingsbefall oft früh bräunlich, was den guten Eindruck mindert. Um das zu verhindern, pflanzt man Raublatt-astern mehr in den Hintergrund einer Rabatte und vor sie niedrigere Kissenastern.
Ilse Jaehner