Der Nutzgarten im Mai

Stichtag für die Bohnensaat 

Wer erntet zuerst Bohnen? Derjenige, der den 10. Mai als Stichtag für die erste Saat von Buschbohnen nutzt, denn die sind am schnellsten fertig. Stangenbohnen und Feuerbohnen kommen danach dran. Um Mitte Mai pflanzt man Neuseeländer Spinat, Tomaten, Auberginen, Paprika ins Freie, Knollen- und Bleichsellerie gegen Ende Mai. Merke: Es ist vorteilhafter, vorgezogene Gurkenpflanzen zu setzen als an Ort und Stelle zu säen. Ähnliches gilt für Kürbisse, Zucchinis, Melonen. Gleich Anfang Mai in Töpfe säen, dann kann man schon Ende Mai pflanzen. Man schütze die Pflanzen noch weiter mit Folien vor der Schafskälte in der ersten Junihälfte.  

Im Mai wird ferner Rosenkohl gepflanzt und Grünkohl gesät. Auf der Pflanzliste stehen weiter Kohlrabi, Kopfkohl-Arten, Blumenkohl, Brokkoli, Fenchel. Man sät Radieschen, ­Rettich, Möhren, Rote Bete, Mangold, Zuckererbsen, Zuckermais, Salat, Kohlrabi. Alle zu dicht stehenden Saaten müssen unbedingt auf genügend Abstand in den Reihen vereinzelt werden. Kartoffeln und Erbsen sind anzuhäufeln, Rhabarber und Spargel zu ernten. Man hackt häufig, besonders nach Regen, damit die Erde locker und unkrautfrei bleibt. 

Die Eisheiligen Mitte Mai stressen mitunter gewaltig, weil jetzt so viele Obstbäume blühen, nach sehr frühen Pfirsichen und etwas späteren Stachel- und Johannisbeeren fast zeitgleich Süß- und Sauerkirschen, dann Birnen und endlich auch Äpfel und Erdbeeren. Was kann da alles kaputt gehen! Drohen tatsächlich Spätfröste, schützen Folientunnel Erdbeeren, Sackleinen oder ähnliches Beeren­obststräucher und Spalierobstbäume. Ansons­ten muss man hoffen, dass von den vielen Blüten, die ja nicht alle gleichzeitig blühen, genug intakt bleiben, dass es reicht. Meist kann man sich darauf verlassen. Totalschaden ist selten. Deswegen: nur die Ruhe! 

Pfirsiche blühen bekanntlich besonders früh, so dass eventuell schon zu dichter Fruchtansatz auf eine Frucht je 7–8 cm Trieblänge ausgedünnt werden kann. Frostspanner und Eichenwickler gehören nachgerade zu den weniger erfreulichen Begleiterscheinungen des Frühjahrs. Man kann sie umweltschonend mit Präparaten auf der Basis von Bacillus thuringiensis bekämpfen, noch junge Raupen besser als schon ältere. Deuten absterbende Triebspitzen an Sauerkirschen auf Spitzendürre hin, schneidet man kranke Triebe bis ins gesunde Holz zurück und spritzt mit einem dafür zugelassenen Mittel während der Blüte. Erdbeeren bewahrt ein Folientunnel vor Grauschimmelbefall. An sonnigen Tagen gut lüften, damit Insekten die Blüten bestäuben können.              

Ilse Jaehner