Ein Elefantenohr

­­Vor einiger Zeit beschäftigte ich mich mit ‚abgestellten‘, weggestellten oder rausgestellten Pflanzen. Der Grund hierfür lässt sich in der Regel nicht ermitteln, ich würde denken, dass der/die den Pflanzen überdrüssig gewordenen Besitzer/in das Grünzeug einfach loswerden wollen. Nachvollziehbar war das jedoch bei einem größeren Plastiktopf, der noch gefüllt mit Erde war und zudem nur noch ein Reststück eines verholzten Strunkes zeigte. Bei dem Anblick hätte wohl niemand vermutet, dass in diesem Strunkteil noch eine Menge Leben steckte. Beim Austopfen fielen zwei unterirdische Sprosse auf, die noch auf grünes  Leben schließen ließen. Auch befand sich im Substrat noch eine größere Menge etwas kantiger Knöllchen, die zudem weitere Hoffnung machten. Eine Weiterkultur in einem kleineren Gefäß drängte sich geradezu auf, da mir bisher noch kein vergleichbares Gewächs untergekommen war. Meine Überraschung war groß, als die Triebe am Strunk anfingen Form anzunehmen. Bei der gefundenen Pflanze handelte es ich um eine Alocasia, wobei ich an eine Alocasia macrorrhizos denken würde. Die deutsche Bezeichnung für Vertreter dieser Gattung ist Elefantenohr.   

Elefantenohren gibt es in sehr verschiedenen Größen, wobei A. macrorrhizos enorm große Blätter entwickeln kann. Es sollen sogar die größten ungeteilten Blätter des Pflanzenreiches sein. In der Literatur fand ich die Größenangabe von 3,02×1,92 m, dies entspricht einer Blattfläche von fast 6 Quadratmetern. Diese Dimensionen werden aber nur am heimatlichen Standort, im tropischen Asien, erreicht. Im Topf oder Kübel können die Pflanzen zwar auch beachtliche Größen erreichen, die Größe lässt sich aber durch die Dimension des Kulturgefäßes und die Düngung steuern.   

Wir können sie als Zimmerpflanze halten, bei einem ganzjährig hellen Stand in Fensternähe. Ein Ost- oder Westfenster ist optimal. In den Sommermonaten kann die Pflanze auch nach draußen, sollte aber vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt aufgestellt werden.  Die Temperaturen dürfen im Winter nicht unter 13ºC absinken, denn sonst besteht die Gefahr des Laubverlustes. Die Wassergaben sind den Bedürfnissen anzupassen, die Substratoberfläche sollte nach erfolgten Wassergaben immer etwas abtrocknen, allerdings sollte das Substrat nicht einschrumpfen, denn dies erschwert die Aufnahme von Wasser. Auf ein Besprühen sollte vor allem in den Wintermonaten verzichtet werden. Um die entsprechende Luftfeuchtigkeit bereitzustellen, kann insbesondere in trockenen Räumen ein mit Kiesel und Wasser gefüllter Untersetzer gute Dienste leisten. Die Kiesel verhindern den direkten Kontakt der Wurzeln mit Feuchtigkeit, was die Gefahr durch Staunässe mindert. Wöchentliche, im Winter zweiwöchentliche Düngergaben mit einem Grünpflanzendünger über das Gießwasser sind angezeigt.    

Wer einen Blickfang für seine Wohnumgebung sucht, sollte ein Elefantenohr in Pflege nehmen, wobei es nicht unbedingt die erwähnte Art sein muss. Es gib unzählige schöne Ausführungen.          

Thomas Bay

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