Sicht- und Windschutz für Balkone und Terrassen

Um im Sommer über einen lauschigen, geschützten Sitzplatz auf Balkon und Terrasse zu verfügen, ist häufig ein Sicht- oder Windschutz notwendig. Würde man Knöterich oder Wein pflanzen, entstünde schnell ein Dickicht, das gerade in der dunklen Jahreszeit nur wenig Licht in die Räume ließe und zudem zu viel Platz einnähme. Deshalb sind einjährige Kletterpflanzen vorzuziehen, die besonders schön blühen oder sogar Früchte zum Ernten ­anbieten.

Da alle einjährigen Kletterpflanzen nicht selbstklimmend sind, benötigen sie stabile Stützen, Drähte, feste Stäbe oder ein Gitter bzw. Geflecht. Zu den Blütenschönheiten gehören Prunkwinde, Wicken, Schwarzäugige Susanne und Kapuzinerkresse; als Windschutz eignen sich die buschig wachsende Zaunrübe und der Hopfen. Neben üppigem Blattwerk bieten Feuerbohne, Zierkürbis und Herkuleskeule auch Früchte zum Ernten.

Bei den Prunkwinden ist die Purpurwinde mit ihren hellblauen Blüten am beliebtesten. Die Samen werden vorgezogen oder direkt in Schalen in nährstoffreichen, lehmigen Boden ausgesät. In sonnigen Lagen wachsen die Pflanzen an Drähten schnell bis zu einer Höhe von drei Metern; sie eignen sich aber auch für halbschattige Balkone. Wicken gehören zu den beliebtesten einjährigen Rankpflanzen, die den ganzen Sommer über in vielen pastellfarbenen Tönen blühen und betörend duften. Sie benötigen einen vollsonnigen Platz; ihre Samen werden in nährstoffreichen, feuchten Boden gelegt. Die Pflanzen ranken dann an Gittern bis zu einer Höhe von zwei Metern.

Die Schwarzäugige Susanne gefällt durch ihre orangegelben Blüten mit dem schwarzen Auge und wächst locker bis zu einer Höhe von zwei Metern an Stäben und Gittern hoch. Eine Aussaat erfolgt bereits im März oder man besorgt sich jetzt noch Jungpflanzen beim Gärtner. Die Pflanzen benötigen einen geschützten, sonnigen Platz und lieben einen durchlässigen, leichten Boden.

Von der Kapuzinerkresse gibt es buschige und rankende Sorten. Die Samen werden direkt in Schalen in eher mageren Boden ausgelegt; ein zu nährstoffreicher Boden führt zu reichlich Blattmasse und weniger Blüten. Kapuzinerkresse wächst auch noch gut an einem halbschattigen Ort; die Blätter und Blüten eignen sich hervorragend als Zusatz zu Rohkostsalaten.

Der einjährige Hopfen und die Zaunrübe wachsen auch auf eher schattigen Ost- und Nordbalkonen und wuchern buschig bis zu einer Höhe von gut drei Metern an Drähten und Gittern hoch. Sie benötigen einen nährstoffreichen, eher lehmigen Boden und genügend Feuchtigkeit. Hopfen kann man schon zeitig vorziehen; die Zaunrübe wird an Ort und Stelle ausgesät.

Schön und nützlich zugleich sind die Feuerbohnen. Bis Anfang Juli werden sie noch in nährstoffreichen Boden gesteckt und ranken schnell an Stäben bis zu einer Höhe von vier Metern. An einem sonnigen Standort zeigen sich den ganzen Sommer über die leuchtend roten Blüten, aus denen sich dann zarte Bohnen bilden.

Zu den rankenden Kürbisgewächsen gehören die Zierkürbisse und die Herkuleskeule. Diese Vertreter wachsen auch noch gut an einem halbschattigen Platz, erreichen eine Höhe von bis zu drei Metern und bilden dann die typischen faustgroßen Früchte in großer Formen- und Farbenvielfalt aus; die Herkuleskeule entwickelt flaschenförmige Früchte von oft gewaltigen Ausmaßen.       

Peter Busch