Der Nutzgarten im November

Mitunter wird es im Gemüsegarten noch einmal richtig stressig, wenn es plötzlich zu frieren droht und Gemüse schnell in Sicherheit gebracht werden muss: Möhren, Sellerie, Rettiche, Rote Bete, Petersilienwurzeln. Auch grundsätzlich frostharte Wurzelgemüsearten wie Schwarzwurzeln, Pastinaken, Chicorée nimmt man besser vom Beet und bringt sie dort unter, wo man bei Schnee und Frost möglichst bequem herankann, zum Beispiel im Frühbeet. Mit Grünkohl, Rosenkohl, Porree ist es weniger eilig. Feldsalat und Winterspinat bleiben ohnehin auf dem Beet, sollten etwas geschützt werden.   

So wird manches Beet frei für die herbstliche Bodenbearbeitung. Ob sie flach erfolgt oder tief, hängt stark von der Art des Bodens ab. Handelt es sich um Erde in bestem Pflegezustand, die locker und krümelig viel Humus enthält, arbeitet man mit Sauzahn oder Grabegabel. Ist die Erde jedoch schwer und humusarm, vernässt und verdichtet sie deswegen leicht, ist grobscholliges Graben besser, damit Frost wirken kann. Der pH-Wert und Nährstoffgehalt sollten mindestens alle 3 Jahre überprüft werden.   

Für die Pflanzung von Obstgehölzen gibt es kaum einen passenderen Termin als November. Ausnahmen bestätigen diese Regel und betreffen Pfirsiche, Aprikosen, Mandeln, Wein, Kiwi, die man besser im Nachwinter/Frühjahr setzt. Für Bestellung gewünschter Bäume oder Sträucher wird es höchste Zeit.   

Obstgehölze entwickeln sich nur zufriedenstellend in gutem Boden, der zur Pflanzung gründlich vorbereitet wurde, mit tiefer Lockerung, Anreicherung mit Humus und Nährstoffen. Die meisten Obstarten bevorzugen leicht sauren bis allenfalls neutralen Boden. Es empfiehlt sich, unbedingt eine Bodenuntersuchung vornehmen zu lassen auf Kalk- und Nährstoffgehalt sowie pH-Wert. Er sollte im Mittel etwa um den Neutralwert liegen, also etwa 6,5 pH betragen, eher etwas darunter als darüber. Gegebenenfalls muss aufgekalkt werden. Ob Kali und Phosphor zugeführt werden müssen, bestimmt ebenfalls der Laborbefund. Aufs Blaue hinein sollten auch Obstgehölze nicht gedüngt werden. Ferner ist zu berücksichtigen, dass Obstgehölze in möglichst jungfräulichen Boden kommen. Kernobst nach Kernobst, Steinobst nach Steinobst gedeiht nicht. Beerenobst ist etwas weniger heikel, doch unmittelbare Aufeinanderfolge sollte auch in ihrem Fall möglichst vermieden werden.   

Zwischen stehenden Obstgehölzen wird die Erde nur flach gelockert nach eventueller Kalk- und Nährstoffzufuhr. Humus gibt man in Form von Kompost, gehäckselten Gartenabfällen, Mist. Reicht bei alldem die Zeit, kümmert man sich um fälligen Aufbau-, Erhaltungs-, Auslichtungs- oder Verjüngungsschnitt der Obstbäume und Beerensträucher.                    

Ilse Jaehner

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