Wundervolle Wunderblume Bougainville

Sonne wärmt gern auch hinterrücks 

Die Bougainville gehört zu den Wunderblumengewächsen. Der Name ist Programm für diese tolle Kübelpflanze mit wundervoller, sommerlicher Blütenpracht. Sie wurde zum Sinnbild südlicher Flora, mit denen Mitteleuropäer gern ihre kühleren Gärten schmücken ­möchten. Das gelingt am ehesten mit der Art Bougainvillea glabra, weil sie ein wenig härter ist als andere Arten und vor allen Dingen leichter zu überwintern, so dass sie Jahr für Jahr immer schöner wird. Die zwittrigen Blüten erhalten ihren Reiz nicht durch die unscheinbaren Blütenblätter, sondern durch dreizipflige, auffällig gefärbte Hochblätter. 

Die Pflanze liebt über alles Sonne und Wärme. Ohne ausreichendes Quantum davon geht nichts. Während des sommerlichen Aufenthaltes im Freien braucht sie darum einen möglichst sonnigen, warmen Platz. Deswegen werden Bougainvillen gern vor Südwänden oder Südmauern platziert, wo die Sonne sie nicht nur von vorne bescheint, sondern ihnen indirekt auch den Rücken wärmt. An solchen Plätzen haben die Pflanzen gewaltigen Durst und bei flottem Wachstum großen Nährstoffbedarf, müssen deswegen im Sommer mitunter sogar zweimal täglich gegossen und etwa alle acht Tage am besten flüssig gedüngt werden. Sollte eine Pflanze mäßig blühen, wurde sie eventuell mit zu reichlichem Gießen und Düngen davon abgehalten. Dann muss man sie eine Weile kürzer halten.

Bougainvillea glabra wirft je nach Umständen ihre Blätter im Herbst ab oder behält sie teilweise, ist demnach halb-immergrün. Ab Ende September wird sie ziemlich trocken gehalten. Man achte sehr darauf, dass sie im Herbst nicht zu nass steht und zusätzlich frühen Frost aushalten muss. Daher schützt man zum Schluss vor Kälte und Regen.

Wird es endgültig ungemütlich draußen, kommt die Pflanze im Haus an einen zwar kühlen, nur 5, höchstens 8 Grad warmen, möglichst hellen Platz. Notfalls kann es auch ein ziemlich dunkler Keller sein, doch erwünscht ist das nicht, dagegen ideal ein kühler Wintergarten. Während des Winters wird nur so viel gegossen, dass das Substrat nicht austrocknet, und selbstverständlich nicht gedüngt. Bei Triebbeginn im Nachwinter topft man in frisches, kräftiges, lehmhaltiges Substrat und eventuell größeres Gefäß um, schneidet gegebenenfalls zugleich mehr oder weniger kräftig zurück, damit die Pflanze kompakt bleibt. Während der Wachstumszeit dient rechtzeitiges Kürzen entstehender Langtriebe demselben Ziel. 

Ilse Jaehner