Hundsrose (Rosa canina)

Signalrot im Novembergrau   

Knallrote Farbtupfer bieten nun die Hagebutten der Hundsrose. Sie sind auch im November noch lecker. Die vitaminreichen Früchte liefern uns Tee, Marmelade und mehr. Der Name der Rose drückt vermutlich frühere Geringschätzung aus, wie wir es von Wörtern wie „Hundewetter“ oder „hundsgemein“ kennen. Doch das wird ihr keinesfalls gerecht! Denn die Hundsrose hat – wie auch andere heimische Wildrosen – einen sehr großen ökologischen Wert:   

Sie blüht nur kurz im Juni, bietet dann aber viel Pollen. Neben Bienen und Rosenkäfern, die sich für die hellrosa Blüten interessieren, nutzen Schmetterlingsraupen, Gallwespen, Zikaden, Dickmaulrüssler (Käfer), Blattschneiderbienen und einige weitere Tiere die Blätter der Pflanzen. Die Früchte wiederum sind wichtiges Futter für Vögel. Auch einige Kleinsäuger, wie zum Beispiel Mäuse oder Marder, fressen sie.   

Die Hundsrose wächst gerne entlang anderer Pflanzen, Zäunen oder Mauern. Weil sie fremde Äste oder Ritzen nutzt, um ihren Trieben Halt zu geben, zählt sie zu den „Spreizklimmern“. Dabei helfen ihr auch ihre kräftigen Stacheln. Diese können für uns bei der Gartenarbeit sehr schmerzhaft sein. Für Vögel wiederum bieten sie Schutz während der Brutzeit. Die überhängenden Äste können drei Meter lang werden, im Schatten sogar bis zu fünf Meter. Dadurch werden Hecken „wehrhaft“ und dicht.   

Sie hat es gerne hell. Ansonsten stellt sie keine besonderen Ansprüche an ihre Umwelt. Oft zieht sie auch ohne unser Zutun in unsere Gärten ein. Meist sind Vögel dafür zuständig, die ihre Samen ausscheiden. Die Pflanze kann sehr alt werden. Ausläufer bildet sie nicht – im Gegensatz zu vielen anderen Rosen.   

Auch in „gezähmten“ Gärten, in denen nur Kulturformen der Rose erwünscht sind, stoßen wir auf Hundsrosen – wenn auch nicht auf den ersten Blick: In Baumschulen wird sie nämlich gerne als Unterlage zur Veredelung genutzt.   

Heimische Wildrosen sind sehr artenreich. Neben der Hundsrose gibt es noch Feld-, Acker-, Hecken-, Bibernell-, Essig-, Weinrosen und einige mehr. Weil sie Mensch und Tier so viel zu bieten haben, sollten sie in keinem Garten fehlen.   

 

Markus Schmidt,    
Stiftung für Mensch und Umwelt   

www.stiftung-mensch-umwelt.de

WordPress Cookie Plugin by Real Cookie Banner