Russelie oder Korallenpflanze

Russelia equisetiformis 

Was uns an einer blühenden Kübelpflanze besonders interessiert, ist eine langanhaltende Blütezeit. 

Seit vielen Jahren pflege ich Russelia equisetiformis – die Schachtelhalmförmige Russelie. Der Wuchs erinnert an den eines Schachtelhalms wie dies auch in der Art-Bezeichnung so zum Ausdruck kommt. Firecracker-Plant (Knall­körper-Pflanze) oder Coral-Plant (Korallen-Pflanze) heißt die Pflanze aus dem Englischen übersetzt und letztere Bezeichnung beschreibt sehr zutreffend die korallenrote Ausfärbung der Blüten. Russelia hat außer der Wuchsform mit den Schachtelhalmen aber wenig zu tun. Sie gehört mit 40 weiteren Arten zur Familie der Rachenblüter oder Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae). Ihre Heimat liegt in Mexiko. Auch eine weiß-gelbe Form ist bekannt, aber nicht häufig in Kultur und von der Blütenfarbe weit weniger spektakulär.

Die Blüte erfolgt in mehrern Schüben während der Vegetationsperiode. Bei günstiger Witterung – manchmal schon ab Mitte März und dann weitere Male, solange es die Witterung zulässt. Vor Wasser oder einer dunklen großlaubigen Kullisse, wie sie verschiedene Blattstauden oder Gehölze bieten, kommt Russelia am besten zur Geltung.

Die Pflege und Vermehrung sind einfach. Grundsätzlich kommt Russelia mit jeglichem Substrat zurecht, sie kann sogar ausgepflanzt werden und entfaltet sich dann noch besser als im Topf. Rückschnitt wird gut vertragen, auch nach einem Auf-den-Stock-Setzen erfolgt ein neuer Austrieb ohne Probleme. Die Überwinterung sollte frostfrei und hell erfolgen, da die Pflanze nicht einzieht.

Die Vermehrung erfolgt über Steckling  oder Teilung der Stöcke. Das Besondere ist, dass die Stecklinge nicht gesteckt, sondern flach auf das Substrat gelegt werden. Vielleicht sollte man in diesem Falle von ‚Leglingen‘ sprechen. Etwa 5–7 Zentimeter lang sollten sie sein. Auch Ableger und Absenker sind denkbar. Saatgut wird nur selten ausgebildet, die Blüten fallen häufig unbestäubt ab. Gelegentlich werden auch kleine, kugelförmige Früchte gebildet, die mehrere Samen enthalten. Eigene Aussaaten sind bisher nicht erfolgt.

Zur vegetativen Vermehrung durch ‚Leglinge‘ hat sich ein Gemisch aus einer Anzuchterde und grobem Sand bewährt. Die Weiterkultur erfolgt in der Vermehrungserde oder einer käuflichen Kübelpflanzenerde. Wöchentliche Düngergaben während der Wachstumszeit wirken sich positiv auf die Blütenbildung aus. Auf gleichmäßige Feuchtigkeit im Substrat sollte geachtet werden. Sollten die Triebe mal zu lang werden, kann auch ein scharfer Rückschnitt erfolgen. Ein weiterer Pluspunkt, der für die Russelie spricht.

Thomas Bay