Götterblumen des Mai

Ihr Name stammt aus dem antiken Griechenland, sie selbst von den Prärien des atlantischen Nordamerika: die Götterblume Dodecatheon meadia. Ihr Erscheinungsbild erinnert an hochstängelige Primeln, die Form der Blüten mit den zurückgeschlagenen Kronzipfeln an Wildalpenveilchen. Tatsächlich bestehen zwischen Primeln, Alpenveilchen und Götterblumen enge verwandtschaftliche Beziehungen. Die Götterblume zählt zweifellos zu den reizvollsten Maiblühern. Warum sie trotzdem selten in den Gärten wächst, mögen die Götter wissen. Vielleicht liegt es daran, dass man den Platz für diese Pflanze sorgfältig auswählen muss. Eine Sache für Experten!

Am wohlsten fühlt sich die Götterblumen dort, wo sich etwas Feuchtigkeit in flachen Mulden in Steingärten sammelt, ohne dass es zu stauender Nässe kommt. Wo es im Hochsommer sogar eher trocken als feucht ist, sonnige, aber nicht heiße Plätze oder, falls es insgesamt wärmer ist, im Halbschatten, wo zugleich frische und leichte Erde den Wurzeln Gelegenheit gibt, sich gut zu entwickeln, ist sie ebenfalls gerne. Zwar dauert es ein oder zwei Jahre, bis sie richtig zu wachsen anfängt, doch danach erscheinen jährlich ein paar Stängel mehr mit den äußerst reizvollen ­Blüten.         

Ilse Jaehner