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Zwei Unentwegte trotzen dem Winter
Wer möchte, dass Balkon, Terrasse, Eingangsbereich des Hauses selbst im Winter ansehnlich und einladend aussehen, wendet sich vertrauensvoll an Scheinbeere und Torfmyrte. Diese beiden Unentwegten lassen sich wenig, wenn überhaupt, von Kälte, Frost und Schnee beeindrucken.
Besonders Schneebeere (Gaultheria procumbens) hat sich in dieser Hinsicht etabliert und wird im Herbst überall reichlich angeboten. Man schätzt an Scheinbeeren den niedrigen, kompakten Wuchs, die kleinen, immergrünen, glänzenden Blättchen, die sich im Herbst teilweise rötlich übertuschen und die vielen korallroten Früchte. Das wirkt sehr einnehmend. Scheinbeere wirbt für sich selbst. Die Früchte gehen aus reichlich weißen Blüten hervor, die sich im Sommer bilden. Als Gartenpflanze passen Scheinbeeren hervorragend zu Rhododendren und Gewächsen mit ähnlichen Bodenansprüchen. Dies als Hinweis darauf, wo man Scheinbeeren nach der Wintersaison im Frühjahr unterbringen könnte, um sie nicht einfach wegschmeißen zu müssen, denn dazu sind sie zu schade.
Eine andere Unverzagte ist die Torfmyrte (Pernettya mucronata). Je stärker der Klimawandel Winter ohne strenge Kälte bringt, desto nachdrücklicher meldet sie sich zu Wort, mit vielen Früchten, weißen, roten, magenta- und rosafarbenen zu immergrünen, glänzenden Blättchen. Wie Scheinbeere ist Torfmyrte Anwärter für leicht saures Substrat. Sie passen also auch insoweit gut zusammen. Man setzt jeweils in größere als normal große Blumenkästen oder sonstige Gefäße, damit die Wurzeln genügend Platz haben. Die Pflanzen müssen außerdem während des Winters immer über ausreichend Feuchtigkeit im Wurzelraum verfügen können. Das ist sehr wichtig. Friert das Wasser im Laufe des Winters, vertrocknen die Pflanzen, weil sie es nicht aufnehmen können. Darum senkt man dort, wo es möglich ist, die Gefäße in Erde ein oder umgibt sie, wenn das nicht geht, ausreichend mit Laub, Styropor oder sonst wärmendem Material. Als Standorte eignen sich zudem vor allem windgeschützte Plätze, wo es weniger friert oder, sollte es doch länger oder stärker frieren, man die Kästen oder sonstigen Gefäße ohne großen Aufwand vorübergehend frostfrei unterbringen kann. Dort das Gießen nicht vergessen!
Man kann solch reizenden Winterschmuck noch reizvoller machen, indem man die beiden Zwerggehölze mit Blumenzwiebeln kombiniert. Das muss schon im Herbst bei der Bepflanzung der Gefäße bedacht werden. In erster Linie kommen dafür Zwiebelblumen in Frage, weil ihre Zwiebeln nur wenig Platz beanspruchen und einige ganz früh blühen, vorweg Schneeglöckchen sowie verschiedene Krokusse für Blüte von Februar bis März/April, deren Zwiebeln man eventuell sogar noch im Januar einbringen kann.
Ilse Jaehner