Antivogel-Voliere

Um Beerensträucher vor Vogelfraß zu schützen, werden oftmals lose Netze darüber gezogen. Leider werden diese immer wieder zu tödlichen Vogelfallen. Ein stabiles, grobmaschiges und über einen Rahmen gespanntes Netz, also eine Art „Antivogel-Voliere“, dagegen ist für alle Beteiligten stressfreier. So ein Vogelschutz sollte möglichst einfach auf- und abzubauen und zudem für viele Jahre nutzbar sein. Zur Bodenverankerung empfehlen sich deswegen Flacheisen, da diese sich leicht in den Boden treiben lassen und sehr langlebig sind. Bei einem Beispiel-Beet der Größe 3 × 6 m und einem Abstand der eingeschlagenen Eisen von jeweils 1,50 m würde man 12 Flacheisen benötigen, da gegen das Durchhängen des Netzes auch „Pfeiler“ in der Mitte notwendig sind. Die Befestigungsschrauben sollten einen kleineren Durchmesser als die Bohrungen in Eisen und Latten haben, damit das Anschrauben auch rasch gelingt, wenn sich das Holz im Laufe der Jahre verziehen sollte. Die Eisenteile werden nur so tief eingeschlagen, dass die Latten nach dem Anschrauben nicht mit dem Erdboden in Berührung kommen. An diese „Pfeiler“ werden am oberen Rand waagerechte Latten geschraubt, um so ein tragfähiges Gerüst für das Netz zu erhalten. Die Ecken werden jeweils innen mit Eisenwinkeln verstärkt. Nun kommt das Netz darüber, das man bei entsprechenden Anbietern (z.B. Warengenossenschaften, die Netze als Rollenware für den Profibereich anbieten) bekommt. Das Netz sollte aus festen Fäden und nicht aus dünnen Kunststoffbändern bestehen. So ein stabiles Netz, dessen Größe für das Beispiel-Beet rund 8 m × 10 m betragen sollte, ist zwar nicht billig, hält aber bei guter Pflege viele Jahre. Es sollte diese Übergröße haben, damit genügend Netzfläche vorhanden ist, um durch Beschweren mit Brettern, Latten etc. auch am Boden die erwünschte Vogeldichtigkeit zu erreichen. Um das Überstülpen des Netzes zu erleichtern, ist es sinnvoll, vor dem Überziehen die kürzere Seite zu verknoten, um es optimal über den Holzrahmen verteilen zu können. Da sich das Gestell aus Einzelkomponenten zusammensetzt, kann die zu schützende Fläche, je nach Bedarf, vergrößert oder verkleinert werden. Der Abstand zwischen den Bodenankern sollte aber nicht über zwei Meter betragen. Der Schutz wird errichtet, sobald die Blüte der Sträucher abgeschlossen ist. Direkt nach der Ernte wird es entfernt, damit der Schnitt der Sträucher ungehindert durchgeführt werden kann. Um den Vögeln (es werden ja leider immer weniger) nicht zu viele Futterquellen zu nehmen, wäre es angebracht, ihnen andere Sträucher wie Apfelbeere, Kornelkirsche oder Felsen­birne anzubieten.                                          


Materialliste für ein Beet mit den Ausmaßen 6 m ×3 m

  • 12 Flacheisen (Länge 60 cm, Breite 3 cm, Stärke 4 mm) 
  • mit zwei Löchern Ø 8 mm im Abstand von 15 cm; oberes Loch 5 cm vom Rand
  • 12 (Dach-)Latten 1,50 m; 
  • mit entsprechenden Ø 8 mm Bohrungen
  • 24 Maschinenschrauben, Ø 6mm, ca. 4 cm lang 
  • (die Länge richtet sich nach der Stärke der Latten)
  • 48 Unterlegscheiben, Ø 2 cm für 6er Schrauben
  • Rund 25 m (Dach-)Latten für waagerechten Rand
  • 6–8 Metallwinkel, Schenkellänge 8,5cm, Höhe 2 cm
  • (Spax-) Schrauben 16 × 3 mm für Winkel 
  • (Spax-) Schrauben ca. 50 × 3 mm für waagerechte Latten 
  • (Länge der Schrauben richtet sich nach der Stärke der Latten)

Manfred Kotters