Falls zunächst völlig gesund erscheinende Äpfel auf dem Lager faulen, ist das ärgerlich. Teils bringen die Früchte Fäulniserreger von draußen mit in den Lagerraum, ohne dass es ihnen anzusehen wäre. So auch Fruchtfäule (Monilia). Allgemein bekannt sind die weichen, dunkel gefärbten Faulstellen, um die sich mehr oder weniger konzentrisch ringförmige, dicke, helle Schimmelpolster bilden. Ist die ganze Frucht faul, erscheinen die Polster in unregelmäßiger Anordnung. Bei der so genannten Schwarzfäule, vom selben Pilz hervorgerufen, bricht der Pilz nicht durch die Schale, sondern färbt diese vollkommen schwarz.
Der Erreger der Grünfäule dringt durch Verletzungen der Schale in die Früchte ein. Das Fruchtfleisch wird an diesen Stellen weich und wässrig mit gelblichen oder hellbraunen Faulstellen, auf denen sich grüner Schimmelrasen aus langgestielten Sporenträgern bildet. Unangenehmer Schimmelgeruch breitet sich aus. Eine grünfaule Frucht kann schnell sämtliche benachbarten Früchte anstecken. Standardmaßnahmen gegen Lagerfäulen verschiedener Arten sind viel frische Luft bei niedriger Temperatur (1–3 Grad). Außerdem sollen die gelagerten Früchte mindestens alle 14 Tage, besser allwöchentlich durchgesehen, verdächtige aussortiert werden.
Ilse Jaehner