Zu Hause in Töpfen und Vasen
Wer schon früh einen möglichst üppigen Frühling im Haus haben will, verbündet sich mit Narzissen. Die sind gern bereit, vor der Zeit zu blühen, wenn man ihnen nur ein wenig auf die Sprünge hilft. Besonders talentiert in dieser Beziehung sind Weihnachtsnarzissen. Was soll das, fragt sich da mancher. Der Winter ist vorbei, wir wollen Frühling. Trotzdem, Weihnachtsnarzissen lassen sich so unkompliziert treiben, dass es lohnt, nach Restbeständen von Zwiebeln zu fragen, zu kaufen und für Vorfrühlingsblüte zu treiben. Einfach eine Schale mit Blähton und Wasser füllen, mehrere Zwiebeln aufsetzen, in helle Wärme stellen und fertig.
Die Treiberei von anderen Narzissen, kleinen und größeren mit Trompetenblüten, verlangt Vorbereitungszeit. Viele Menschen machen es sich bequem und kaufen getopfte, blühbereite Narzissen in knospendem Zustand. Damit man lange etwas von ihnen hat, stelle man solche Narzissen hell, jedoch nicht sonnig und unbedingt kühl auf. Das warme Wohnzimmer eignet sich nicht als Aufenthaltsort, eher kühle Flure, Treppenhäuser, Wintergärten, Glasveranden. Dort wird nach Wasserbedarf gegossen, stauende Nässe vermeidend.
Wer selbst treiben will, fängt damit schon im Oktober/November an und topft ein, stellt kühl und dunkel, für erste Blüten ab Januar hell und wärmer, lässt weitere Sätze folgen, kann sogar noch Anfang Februar eintopfen. Man gibt in normale Blumentöpfe und lockeres, humoses Substrat, so tief, dass die Zwiebelspitzen noch ein wenig zu sehen sind. Die Töpfe müssen immer zunächst dunkel und kühl stehen, das Substrat feucht gehalten werden, damit erst mal Wurzeln wachsen. Die eigentliche Treiberei beginnt, wenn die Blütenknospen außerhalb der Zwiebeln fühlbar sind, anfangs bei 10–12 Grad, bis die Knospen erscheinen, weiter bei 15 bis höchstens 19 Grad an hellem Platz und halte weiterhin kühl.
Narzissen sind gute Schnittblumen für Nachwinter und Vorfrühling, in Hülle und Fülle neben anderen Frühlingsblühern oder mit ihnen zusammen. Es gilt zu beachten, dass Narzissen schleimen. Sie sondern aus den Schnittflächen an den Stielenden eine Flüssigkeit aus, die andere Arten von Schnittblumen so negativ beeinflussen, dass sie sich nicht halten. Um das zu verhindern, hat es sich als hilfreich erwiesen, die Stängel von Narzisse nach dem Kauf zu Hause frisch anzuschneiden, danach sofort kurz in heißes Wasser zu tauchen und anschließend für 24 Stunden in lauwarmes. Der Schleim läuft unschädlich aus, so dass die Narzissen danach zusammen mit anderen hübschen Blüten erfreuen können. Oder man nimmt zwei Gefäße, ein kleineres mittig für die Narzissen, auch mal mehrblütige, gefüllte, setzt dies kleine Gefäß in ein größeres und ordnet darin die anderen Blumen.
Ilse Jaehner