Auch Insekten brauchen Wohnraum

Nützlinge – wichtige Helfer im Garten

Viele Fluginsekten benötigen Ritzen und Fugen als Brutstätten und suchen diese in alten Wänden und Brettern. Unser heutiges Bauen und Wohnen hält für Insekten aber kaum noch Unterschlupfmöglichkeiten bereit. Auf der Strecke geblieben sind alte Zäune und Schuppen mit ihrem mürben Holz, bröckelnde Mauern aus Mörtel und Trampelpfade aus Kies oder Sand. Die Verwendung von Kunststoff, glatte Zementflächen und betonierte Wege haben den Tieren das Leben schwer gemacht.       

Die meisten dieser Arten lassen sich in die Kategorie „Nützlinge“ einordnen, leisten sie doch einen wertvollen Beitrag zum biologischen Gleichgewicht im Garten. Am bekanntesten sind die zahlreichen Schlupfwespen, die ihre Eier in Läuse „impfen“; die Larven saugen die Laus aus, die dadurch abstirbt. Andere Hautflügler, wie Grab- und Faltenwespen, sind Insektenjäger und regulieren dadurch die Bestände. Nicht zu vergessen sind die verschiedenen Hummeln und Bienen als Bestäuber vieler Blütenpflanzen. Ein Einsatz von Insektiziden ist neben den fehlenden Nistmöglichkeiten der Hauptgrund für die drastische Reduzierung der Vielfalt an Hautflüglerarten in den vergangenen fünfzehn Jahren.      

Wenn es um Nistmöglichkeiten für Hautflügler geht, sind dabei nicht die Staaten bildenden Arten der Bienen und Wespen gemeint. Die meisten Arten sind nämlich allein lebend; sie werden Solitärbienen oder -wespen genannt. Bei diesen Arten baut jedes Weibchen sein eigenes Nest, legt Eier und Futtervorräte hinein und verschließt es anschließend. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven ernähren sich von den Futtervorräten, verpuppen sich und schlüpfen im selben oder im nächsten Jahr aus.     

Als Nistplätze dienen den Hautflüglern dabei Höhlungen im Holz oder hohle Pflanzenstängel. Am einfachsten ist es, markhaltige Stängel, zum Beispiel von Brombeeren, Rosen, Holunder oder Schilf, zu Bündeln zusammenzubinden oder sie in eine leere Konservendose zu stecken und an einer sonnigen Stelle im Garten festzubinden. Als Nistholz kommt hartes Holz wie Buche oder Eiche in Frage, Tanne oder Fichte dagegen ist zu faserig. Jedes Stück Holz, von der Größe eines Ziegelsteines an aufwärts, eignet sich, Hauptsache, es ist dick genug. Die größten zu bohrenden Löcher von einem Zentimeter Durchmesser sollten bis zu zehn Zentimeter tief angelegt werden. Kleinere Bohrungen bis zu zwei Millimeter brauchen nur drei, vier Zentimeter lang zu sein. Wichtig ist, dass ein Nistholz viele unterschiedlich große Löcher enthält. Die Nisthölzer und -bündel bleiben auch über Winter im Freien. Werden sie hereingeholt, schlüpfen die Insekten vorzeitig aus dem Nest und sterben ab.        

Wer darüber hinaus Insekten helfen will, legt eine Trockenfläche an. Geeignet ist eine Böschung, beispielsweise vom Aushub eines Teiches oder ein Quadratmeter Boden, den man mit grobem Sand oder Kies abmagert. Wichtig ist, dass auf diesem kleinen Platz weder gegraben, geharkt, gewässert oder gedüngt wird. Eine zu dichte Vegetation wird über dem Boden abgeschnitten. Wenn diese Fläche gut besonnt ist und nicht betreten wird, entwickelt sie sich zu einem idealen Nistplatz für Bodenbrüter unter den Hautflüglern.         

Peter Busch

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