Gärtnermesser in Betrieb

Darauf kommt es an        

Das Thema Messer spielt zurzeit eine große Rolle aus bekannten Gründen. Es gibt Menschen, die Messer am liebsten grundsätzlich verbieten würden. Das ist unmöglich, weil etliche Berufe nicht auf Messer verzichten können, zum Beispiel der gärtnerische. Man nennt sie folgerichtig Gärtnermesser. Bevor ihre Handhabung geschildert wird, sei darauf hingewiesen, dass gärtnernde Menschen beliebig mit einem Messer ihrer Wahl hantieren können, sofern sie es in Deutschland kauften, im umfriedeten Bereich benutzen und vorsichtshalber gut verschlossen halten.

DAS Berufsmesser für Gärtner ist die Gartenhippe mit breit geschwungenem Griff, scharfer, gerundeter Klinge und nach unten gezogener Nase. Sie liegt gut in der Hand. Woher kommt der Name Hippe? Möglicherweise stand die Sense Pate, die gebietsweise Hippe genannt wird. Der Umgang mit einem Hippe-Messer ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Mit seiner Hilfe und genügend Kraft wird zügig geschnitten, zum Beispiel Schösslinge in Baumkronen und ähnliches. Es gibt Hippen in verschiedenen Versionen, für Rechts- und Linkshänder. Andere Hippen sind beidhändig ausgelegt oder haben etwas kleineres Format für zierlichere Hände.    

Manche Gärtnenden arbeiten statt mit einer Hippe lieber mit einem gewöhnlichen Klapp-Taschenmesser mit gerader Klinge. Solches Messer sei von Qualität, was Material von Griff und Schneide sowie Verarbeitung betrifft. Griff am besten aus Holz, weil sich das bei der Arbeit am besten anfühlt. Die Länge der Schneide halte sich im gesetzlichen Rahmen. Ob ein slipjoint die Schneide während des Gebrauchs festhält, ist ebenfalls Wahl. Die Vorrichtung ist erlaubt, da die Schneide damit nur gering gesichert ist, damit sie nicht während der Arbeit wegklappt. Sie darf nicht wie bei feststehenden Einhandmessern gefährlich werden können.    

Für feinere Arbeiten wie Veredeln sind Extra-Messer vorgesehen. Werden einzelne Knospen, Augen genannt, einem Edelreis entnommen und einer Unterlage eingesetzt, spricht man vom Okulieren, gleich oculus für Auge, dies für Knospe, verdeutscht Äugel, gleich Äugeln, und geschieht vorzugsweise während der Vegetation. Dabei kommt es auf sauberes und genaues Arbeiten an. An der Unterlage wird die Rinde mit Hilfe des Okuliermessers etwas eingeschnitten und gelöst, damit man das betreffende Auge einschieben kann. Okuliermesser sind nicht groß, aber sehr scharf. Kopuliert wird während der Vegetationsruhe, indem zwei gleich starke Triebe einer Unterlage, der andere Edelreis gern mit Hilfe des Taschenmessers schräg angeschnitten und dann zusammengefügt werden. – Hippe, Taschenmesser, Okuliermesser sind die wichtigsten Messer im Garten. In Gebrauch sind weitere Messer, unter anderem spezielle Erntemesser, Nelkenmesser für Floristen, japanische Hori-Hori-Messer, von denen manche recht angetan sind. 

Ilse Jaehner

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