Der Nutzgarten im Oktober

Spätes Ernten für den Vorrat      

Spätes Ernten im Oktober ist gut für Vorräte. Im Obstgarten sind späte Apfel- und Birnensorten dran. Erst ein paar Wochen nach der Ernte erlangen sie Essreife und halten sich hoffentlich nach monatelanger Lagerung bis April/Mai. Auch Quitten werden pflückreif, am Weinspalier Beeren täglich süßer und leckerer. Kulturpreiselbeeren locken mit roten, bitter-aromatischen Früchten für herzhafte Beilagen zu allerlei Wildgerichten. Kiwifrüchte gehen ihrer Reife entgegen. Man lässt sie solange wie möglich hängen.     

Im Oktober kann man einiges tun bezüglich vorbeugenden Pflanzenschutzes. Man entfernt, sowie die Bäume abgeerntet sind, die Stammgürtel zum Fang von Apfelwicklerraupen und bringt statt ihrer Leimringe zum Fang von Frostspannerweibchen an. Unter bestimmten Umständen, vor allem bei erhöhter Krebsgefahr, ist eine Blattfallspritzung mit einem dafür geeigneten Pilzbekämpfungsmittel sinnvoll. Man nutzt die Zeit zur Kronenpflege. Lichte Kronen bremsen das Aufkommen von pilzlichen Krankheitserregern. Dies gilt besonders im Hinblick auf Schorfbefall.  

Bis zum Beginn der Pflanzzeit von Obstgehölzen ist es nur noch ein paar Wochen, denn man pflanzt möglichst früh im November, damit die Wurzeln bis Winteranfang feste Verbindung mit der Erde gewinnen. Keine Obstgehölzpflanzung erfolgt ohne gründliches Überdenken von Art, Sorte, Unterlage, Baumform, Platzbedarf! Außerdem beeinflussen örtliches Klima, Bodenart, Belichtung, die gesamte Umwelt die Wahl.     

Im Gemüsegarten leeren sich die Beete. Besonders empfindlich auf merklich kühleres Wetter oder gar drohenden Frost reagieren Fruchtgemüsearten. Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbisse, Bohnen müssen gegebenenfalls schnell zuerst geerntet, am besten sofort verzehrt oder sonstwie verwertet werden. Bohnen und Gurken lassen sich kurz lagern, etwas länger Tomaten und Zucchini, am längsten Kürbisse.    

Wurzel- und Kohlgemüsearten macht die kühle Herbstwitterung wenig aus. Im Gegenteil: häufig gewinnen sie dabei noch an Qualität und Quantität. Einige Salatgemüse überbaut man bei ungünstiger Witterung mit Folientunneln, so Endivien, Kopf- und andere Salate, ebenso Chinakohl, der keinen Frost verträgt. Auf abgeernteten Beeten kann noch Roggen als Gründüngung gesät werden. Ferner ist Pflanzzeit für Rhabarber. Unempfindliche mehrjährige Küchen- und Teekräuter liefern nach der Pflanzung im Herbst schon im nächsten Jahr gute Erträge, so Schnittlauch, Zitronenmelisse, Liebstöckel, Dost und Pfefferminz. Knoblauchzehen können gesteckt werden.  

Ilse Jaehner

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner