Die Geschichte der Botanik in 300 Büchern

Eine ungewöhnliche Art sich mit der Botanik auseinanderzusetzen. Seit etwa 3500 Jahren wird botanisches Wissen schriftlich überliefert, unsere Beschäftigung mit Pflanzen reicht aber bis zu unseren Anfängen zurück. Pflanzen liefern uns auch fast alles, was wir zum Leben und Überleben brauchen. Ein guter Grund, sich etwas näher mit dem Thema zu beschäftigen. Das vorliegende Buch ist eine vorzügliche Lektüre, um sich die Entwicklung der Pflanzenkunde vor Augen zu führen. Es ist in sechs Kapitel gegliedert, die die botanisch bedeutenden Zeiträume abdecken.    

Kapitel 1 reicht von der Antike bis 1450 und behandelt das botanische Wissen im alten Ägypten, Indien und Griechenland. Darüber hinaus werden die traditionellen chinesischen Arzneibücher, die Blüte der islamischen Wissenschaft zwischen dem 8. und 13. Jahrhundert und deren Einfluss auf das neu erwachte Interesse an Botanik während der Renaissance dargestellt. Kapitel 2 behandelt den Zeitraum von 1450 bis 1600, wobei das zentrale Thema die Ankunft des Buchdrucks in Europa ist. Dadurch wurde das Aufkommen bebilderter Kräuterbücher, botanischer Gärten und Herbarien in Europa eingeleitet.   
Kapitel 3 folgt der Entwicklung der Botanik von 1600 bis 1750: Es entstanden bedeutende Florenwerke und botanische Werke der europäischen Kolonialmächte. Auch fand ein Austausch von botanischem Wissen zwischen China, Japan und Europa statt. Und schließlich Linnés Klassifikation der Pflanzen nach ihren Fortpflanzungsorganen und sein Nomenklatursystem.     
In Kapitel 4 wird die Geschichte von 1750 bis 1830 weitererzählt und in dieser Periode konnte sich die Botanik als eigenständiges Fach an Universitäten etablieren. 
Kapitel 5 behandelt die Jahre 1830 bis 1950: der Übergang von der Pflanzenkunde zu den Pflanzenwissenschaften; die Entwicklung der Evolutionstheorie; das Aufkommen der Umweltschutzbewegung.
Zum guten Schluss führt Kapitel 6 die Geschichte bis in die Gegenwart fort: die bahnbrechende Entdeckung der DNA-Struktur; der Einsatz der Modellpflanze Arabidopsis thaliana; die Einführung der auf genetischer Verwandtschaft basierenden Klassifizierung. 

Und es ist erstaunlich, was alles noch auf dem Weg ist. Gigantische Florenwerke wie die 80 Bände umfassende Flora von China, die über 31000 Pflanzenarten listet, wobei die Hälfte der Arten nur dort verbreitet ist.     

Und bald dürfte diese enorme informationsmenge auch digital abrufbar sein.    

Das Buch sollte vielleicht erst durchgeblättert werden. Denn auch ausgewählten Abbildungen sind sehenswert. Und an irgendeiner Stelle wird man/frau sich dann bestimmt festlesen. Und wenn Sie schon immer wissen wollten, wo der Papyrus Ebers aufbewahrt wird, hier finden sie die Antwort.      

Thomas Bay


Carolyn Fry, Emma Wayland   

Die Geschichte der Botanik in 300 Büchern   

Haupt Verlag, Bern, 2025   

ISBN 978-3-258-08409-1 • Preis €38,00   

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner