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Mehrjährige Gemüsearten im Garten anzupflanzen hat einen großen Vorteil: statt jedes Jahr neue Jungpflanzen großzuziehen, zu pikieren und in den Garten umzupflanzen, reicht es bei mehrjährigen Gemüsearten nur einmal anzupflanzen, um dann jahrelang von ihnen ernten zu können. Somit eignen sie sich perfekt für „faule Gärtner“, denn sie machen wenig Arbeit und geben eine zuverlässige Ernte. Diese Pflanzen sind oft sehr robust und frosthart, und obendrauf liefern sie zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe.
Mehrjährige Gemüsearten sind meistens nicht so einfach aus Samen zu ziehen, dafür lassen sie sich umso leichter über Stecklinge oder Zwiebeln vermehren. Oder man kauft sie einfach als Jungpflanze. Stehen die Pflanzen nach einigen Jahren zu dicht, muss man sie teilen oder umpflanzen. Folgende mehrjährige Gemüsearten lassen sich gut in Deutschland anbauen:
Rhabarber (Rheum barbarum)
Oft fälschlicherweise als Obst betrachtet, ist Rhabarber aus botanischer Sicht eigentlich ein Gemüse, da die Blattstiele gegessen werden. Rhabarber kann bei guter Pflege bis zu zehn Jahre alt werden. Er treibt Jahr für Jahr neu aus und liefert beständige Erträge. Die Pflanze braucht einen nahrhaften Boden mit ausreichend Feuchtigkeit. Rhabarber gedeiht in der Sonne oder im Halbschatten.
Ewiger Kohl (Brassica oleracea var. ramosa)
Ewiger Kohl, Baumkohl und mehrjähriger Kohl sind alles Bezeichnungen für die gleiche Pflanze. Er ist vermutlich als Mutation kultivierter Kohlarten entstanden. Das Besondere an dieser Kohlart ist, dass sie über viele Jahre beerntet werden kann und selten blüht. Gegessen werden die Blätter. Eine einzelne Pflanze kann gut einen Quadratmeter Platz einnehmen. Der ewige Kohl ist ein Starkzehrer, sollte also regelmäßig mit Kompost oder reifem Mist gedüngt werden. Er kann leicht über Stecklinge vermehrt werden.
Spargel (Asparagus officinalis)
Der Spargel kann zehn bis fünfzehn Jahre Ertrag geben, braucht aber etwa drei bis vier Jahre Anlaufzeit, um in den vollen Ertrag zu kommen. Er braucht einen lockeren und tiefgründigen Boden mit viel Sonne. Geerntet werden die Sprossen. Um die Wurzeln mit Nährstoffen zu versorgen, sollte man aber immer einige Triebe Blätter ansetzen lassen. Spargel ist nicht nur eine gesunde Delikatesse, sondern – wie der botanische Name schon sagt – eine seit Jahrtausenden geschätzte Heilpflanze.
Bärlauch (Allium ursinum)
Die intensiv aromatische Pflanze wächst in vielen heimischen Laubwäldern. Wer keinen Wald in der Nähe hat oder Bärlauch komfortabel im eigenen Garten anbauen möchte, kann die Zwiebeln im Herbst setzen oder die Jungpflanzen im Frühjahr anpflanzen. An geeigneter Lage breitet sich die nach Knoblauch duftende Pflanze allmählich selbst aus. Bärlauch liebt schattige bis halbschattige Standorte mit humosem Boden. Geerntet werden nicht nur die Blätter, sondern auch die hübschen Knospen und Blüten.
Schnittknoblauch (Allium tuberosum)
Schnittknoblauch lässt sich wie Schnittlauch verwenden, hat aber einen feinen Knoblauchgeschmack. Außer den Stängeln finden auch die dekorativen Blüten sowie die Zwiebeln Einsatz in der Küche. Die Staude braucht ausreichend Feuchtigkeit und einen nährstoffreichen Boden an einem sonnigen Standort.
Garten-Ampfer (Rumex acetosa, Rumex patientia)
Die kultivierte Variante des wilden Sauerampfers besticht mit großen Blättern und säuerlichem Aroma. Die vitaminreichen Blätter können kontinuierlich geerntet werden. Der Ampfer benötigt einen humosen, feuchten Boden in sonniger oder halbschattiger Lage.
Artischocke (Cynara scolymus)
Die Artischocke stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist bei uns also nur bedingt winterhart. In geschützter Lage kann sie aber durchaus vier Jahre mit gutem Ertrag dienen. Danach sollte die Pflanze geteilt werden. Die Heilpflanze gilt als wahre Delikatesse, essbar sind nur die fleischigen Hüllblätter sowie der Blütenboden. Artischocken können bis zu zwei Meter hoch wachsen und sind mit ihren lila Blüten eine hübsche Ansicht. Die Staude braucht einen humosen Boden in sonniger Lage.
Naomi Bosch