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Obstbäume schneiden und pflegen
Im Obstgarten widmet man sich bei frostfreiem Wetter der Gehölzpflege, lichtet zu dichte Kronen aus, setzt zu hoch gewordene zurück, entfernt Wasserschosse oder abgestorbenes Holz. Man überprüft, ob Stützpfähle noch den nötigen Halt geben und lockert eventuell Baumbänder, die mit der Zeit zu stramm sitzen. Spätestens Mitte Januar werden Stämme und größere Hauptäste mit weißem Anstrich gegen Frostschäden versehen. Spalierobstbäume sollten bei scharfem Frost etwas geschützt werden, mit vorgestellten Strohmatten, übergehängtem Vlies oder dergleichen.
Geplante Pflanzung von Obstgehölzen gleich nach dem Winter kann eventuell schon vorbereitet werden, falls der Boden offen ist, mit Ausheben der Pflanzgrube, Verbesserung des Aushubs, Einschlagen des Pfahls. Im Haus ergänzt die Theorie die Praxis. Nach der Wahl von Art, Sorte, Unterlage, Baumform werden die ausgewählten Obstgehölze sofort bestellt, damit das Gewünschte auch noch tatsächlich lieferbar ist.
Sollen Obstbäume veredelt oder unveredelt werden, sind im Januar bei völliger Winterruhe die Edelreiser zur Pfropfung hinter die Rinde im Frühjahr zu schneiden und an einem kühlen, schattigen Platz in feuchtem Sand oder Torf einzuschlagen. Anschriften von Reisermuttergärten, die virusfreies/virusgetestetes Reisermaterial liefern, erfährt man von Landwirtschaftskammern oder entsprechenden Instituten. Während man draußen beim Gemüse kaum etwas zu besorgen hat, außer eventuellem Zurechtrücken des Winterschutzes bei Feldsalat, Spinat, Wintersteckzwiebeln und dergleichen, geht es im Haus zur Sache mit der Treiberei von Chicorée, Löwenzahn- und Petersilienwurzeln, von Schnittlauch, Kresse, Senf, Keimsprossen als Vitaminspender im Winter.
Im Januar sind Weitsicht und Organisationstalent gefragt, denn dann geht es darum, die Weichen für das nächste Jahr zu stellen. Dabei sollte man nicht jedes Jahr für sich sehen, sondern unbedingt vorhergehende mit einbeziehen, mindestens die drei letzten, damit Fruchtfolge sinnvoll und abwechslungsreich erfolgt. Es geht darum, die vorhandene Fläche entsprechend aufzuteilen, Vor-, Haupt- und Nachkulturen zu bestimmen oder die Partner für Mischkulturen. Aus der Quadratmeterzahl für die verschiedenen Gemüsearten ergibt sich der Bedarf an Saatgut beziehungsweise Pflanzenanzahl.
Vorteilhaft arbeitet man anhand eines maßstabgerechten Gartenplanes. Auch was man an Dünger, Pflanzenpflege- und sonstigen Hilfsmitteln braucht, wird bestimmt und rechtzeitig besorgt. Gartengeräte werden in besten Zustand versetzt, damit die Arbeit demnächst Freude macht.
Ilse Jaehner