Mit der Bodenbearbeitung beginnt das Gartenjahr

Jetzt im Frühling, bevor die ersten Aussaaten erfolgen, ist die richtige Zeit, den Boden zu lockern. Gemüsebeete, die über Winter mit Gründüngungsresten, Laub, Stroh oder altem Mist bedeckt waren, werden freigeharkt. Durch die Niederschläge des Winters und den tauenden Schnee ist die Bodenoberfläche, gerade bei frei liegenden Beeten, leicht verkrustet und bedarf der Bearbeitung. Bedenkt man, dass ein guter Gartenboden vom Volumen her zu je einem Viertel aus Luft und Wasser besteht und nur zur Hälfte aus mineralischer und organischer Substanz, so ist eine Bodenlockerung verständlich. Viele der Bodenorganismen sind auf Luft zum Atmen angewiesen, und ein gut durchlüfteter Boden erwärmt sich im Frühjahr schneller und regt das Pflanzenwachstum an.

Eine wendende Bodenbearbeitung, wie das Umgraben, ist nur im Ausnahmefall sinnvoll, wie bei verkrustetem, schwerem Boden oder etwa beim Umbruch von Grünland. Durch das Umgraben geraten die Bodenschichten durcheinander; das Kapillarsystem wird zerstört. Luftliebende Organismen, die in der obersten Bodenschicht leben, werden „begraben“ und stellen ihre Aktivität ein, während luft- und lichtfeindliche Organismen nach oben geworfen werden, wo sie nicht existieren können. Auch die durch herbstliches Umgraben erreichte Frostgare fällt nach den ersten Frühlingsregen in sich zusammen.

Im naturgemäßen Gartenbau erfolgt eine tiefe Bodenlockerung mit der Grabegabel und eine flachere mit der Ziehhacke, auch Sauzahn genannt. Zur tieferen Lockerung wird die Grabegabel bis zum Stielanfang in den Boden gestoßen und vor- und rückwärts bewegt. So lässt sich der Gartenboden bis zu einer Tiefe von 30 cm lockern, ohne gewendet zu werden. In Abständen von zehn Zentimetern wird die Grabegabel erneut eingestoßen und der Boden auf diese Art gelockert. Gerade auf schweren Böden bietet sich diese Form der Bodenlockerung auch im Herbst an.

Ebenfalls bei tonigen Böden ist der Krail zum Lockern sehr beliebt. Dies ist ein Gerät zum Hacken, bei dem die Zinken um 90 Grad bzw. bei schwersten Böden um 45 Grad nach unten gebogen sind. Der Krail wird in geringen Abständen in den Boden geschlagen und angezogen, so dass sich die Krume vom Untergrund löst und zerbröckelt.

Für leichtere, gare Böden reicht es im Frühjahr vollkommen aus, sie mit dem Sauzahn aufzulockern. Diese sichelförmig gebogene Ziehhacke mit einem Gänsefußschar lockert Böden bis zu einer Tiefe von 20 cm und eignet sich gut zum Einarbeiten einer dünnen Schicht Kompost, Gesteinsmehlen oder ähnlichen Bodenverbesserern.
Den Sauzahn zieht man im ersten Arbeitsgang im Abstand von ca. zehn Zentimetern leicht schräg durch die Beete. Anschließend wiederholt man diese Arbeit im rechten Winkel, so dass ein Gittermuster entsteht.
Nach der Bodenbearbeitung harkt man die Erde glatt, und mit den ersten Aussaaten kann begonnen werden. 

Peter Busch

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