Alles, was das Wachstum von Wurzeln fördert, unterstützt die gesamte Leistung von Pflanzen. Eine Maßnahme zur Erreichung dieses Zieles ist das Anhäufeln verschiedener Gemüsearten. Einige wie Tomaten, Gurken, Kürbisse, Kartoffeln, in Maßen auch Kohlarten mit Ausnahme von Kohlrabi, antworten auf das Anhäufeln mit der Bildung von Wurzeln an den Stängelteilen, die bisher über der Erde waren und durch das Anhäufeln nachträglich in die Erde kommen. Das dadurch vergrößerte Wurzelvolumen nutzen die Pflanzen zu besserer Wasser- und Nährstoffaufnahme.
Andere Pflanzen profitieren vom Anhäufeln, weil sie danach fester, sicherer stehen als vorher. Das gilt für Kohlarten, besonders solche mit schweren Köpfen, für Erbsen und Bohnen. Porree häufelt man an, damit er längere weiße Schäfte bildet, doch muss man hier bedachtsam zu Werke gehen, weil noch junge Porreepflanzen es schlecht vertragen, wenn Erde in die Blattscheiden fällt. Also pflanzt man Porree zwar in Rillen, zieht jedoch erst allmählich zu, nachdem er praktisch ausgewachsen ist, und häufelt regelrecht an, wenn es auf den Winter zugeht. Im Gegensatz zu den genannten Pflanzen nimmt Sellerie Anhäufeln übel. In diesem Fall zieht man eher die Erde von den Pflanzen weg als zu ihnen hin.
Ilse Jaehner