Jedes Frühjahr wird von vielen Gartenbesitzern über Moos im Rasen geklagt. Die Ursache liegt im Zusammenwirken mehrerer Faktoren: Luftmangel im Boden, Nährstoffmangel, Staunässe oder Eisenmangel. Moos wächst gerne unter Bäumen im Schatten und eben dort, wo für Gräser schlechte Wuchsbedingungen herrschen, und dies ist vor allem bei verdichtetem Boden der Fall.
Nimmt man gegen dieses Übel handelsübliche Moosentferner, tritt anfangs ein Erfolg ein, aber nach sechs bis acht Wochen muss man wiederbehandeln, ein Kreislauf ohne Ende; zu bedenken ist auch, dass diese Mittel auf Amphibien giftig wirken können. Eisensulfat hilft natürlich nur dort, wo Eisenmangel die Ursache war. Ein altes Hausmittel in diesem Fall ist eine Mischung aus 15 Teilen schwefelsaurem Ammoniak, fünf Teilen wasserfreiem Eisensulfat und 100 Teilen scharfem Sand. Von dieser Mischung werden 150 g/m² ausgebracht.
Vielfach ist es aber notwendig, etwas gegen den verdichteten Boden zu tun. Lediglich ein oft zu beobachtendes Vertikutieren bringt meist auch keine langfristige Verbesserung für den Rasen. Bei dieser Arbeit wird mit einer scharfen Harke manuell oder mit Maschinenkraft das Moos herausgekratzt und der Boden oberflächlich gelockert. Bewährt haben sich Motorgeräte, die vielerorts schon auszuleihen sind; aber auch dies ist noch eine harte Arbeit.
Ein Weg in die richtige Richtung ist es, besonders bei leichten Böden, nach dem Vertikutieren 200 – 300 g Tonmineralien pro Quadratmeter auszustreuen, um eine gute Voraussetzung für die Humusbildung zu schaffen. Zum anderen sollte der Boden, da er meist versauert ist, aufgekalkt werden; dies hat aber kontrolliert zu geschehen; die dazu notwendigen pH-Streifen gibt es im Gartenhandel. Eine schockartige Aufkalkung ist auf keinen Fall zu empfehlen, da eine solche Maßnahme zur Blockierung anderer Nährstoffe führt. Sandboden sollte nicht höher als pH 5,5 – 6 aufgekalkt werden. Als eine milde, für Bodenorganismen gut verträgliche Kalkart eignet sich Kalkmergel, der zum anderen viele Tonmineralien enthält. Kalkmergel ist billig und belastet bei seinem Abbau vergleichbar wenig Naturräume. Als nächstes folgt die Versorgung mit organischen Stoffen. Auch hier ist Kompost ideal; bei regnerischem Wetter wird eine dünne Schicht über den Rasen gestreut, die bei Regen rasch einschlämmt; ansonsten hilft man mit dem Gartenschlauch nach. Mit Kompost werden alle wichtigen Bodenorganismen und Nährstoffe in ausgewogenem Verhältnis auf den Rasen gebracht.
Wer noch keinen Kompost hat, kann auch Kalk mit Bodenorganismen (Azotobacter) kaufen und organischen Dünger verstreuen.
Rasendünger wird im Frühjahr, zum Sommer und im Frühherbst ausgebracht, denn erst ein gut gedüngter Rasen kann Moos ersticken.
Unmittelbar nach dem Vertikutieren und der Bodenverbesserung wird an kahlen Stellen Gras nachgesät, um ein dichtes Wachstum des Rasens zu fördern. Speziell für schattige Partien sollte dazu auch spezielle Grassaat ausgebracht und festgetreten werden. Bis zum Keimen wird der Boden gleichmäßig feucht gehalten, und ein erster Schnitt erfolgt bei einer Höhe von zehn Zentimetern.
Wem diese Arbeit, die in der Regel alle paar Jahre wieder erfolgen muss, zu aufwendig ist, der kann sich auch mit einem Moosrasen arrangieren.
Peter Busch