Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

bisher zeigte sich dieser Sommer in Teilen Deutschlands so wechselhaft wie der April – wenngleich die Tiefsttemperaturen zum Glück angenehmer waren. In einigen Regionen gab es Sonne satt und Sommerwetter vom feinsten, während andernorts Keller mit Wasser vollliefen und die mühsam gezogenen Gewächse im Garten die Früchte der nächsten Ernte durch Hagelschlag einbüßten. 

Hier Waldbrände und dort Überschwemmungen – das Wasser war jedenfalls nicht gleichmäßig übers Land verteilt. Umso wichtiger ist es, ein Bewusstsein für den Umgang mit Wasser sowie dessen Abwesenheit zu entwickeln. Im eigenen Garten kann man das ganz praktisch umsetzen – am günstigsten mit frei verfügbarem Regenwasser. 

Dieses sollte vorrangig genutzt werden, um Wasser zu sparen. Das ist seit ­langem schon ein Gebot im Garten. Hierzu gibt es unzählige Tipps und Hilfs­mittel – ­Wässern nahe des Wurzelballens, Tröpfchenbewässerung, Gießen in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, Mulchen und Haken, die richtige Pflanzenwahl für einen Standort oder gar die Schnitthöhe des Rasens, um nur einige zu nennen. 

Auch gilt es Pfützenbildung zu vermeiden. Denn Pfützen, Behälter oder Mulden, in denen sich dauerhaft stehendes Wasser ansammelt, sind Brutstätten für Stechmücken. Diese Spezies vermehrt sich auch ohne menschliches Zutun zur Genüge und verbreitet Krankheiten oder zumindest juckende Stiche. Darum ist es wichtig, Gießkannen zu leeren und Vogeltränken täglich frisch zu befüllen. Auch Regentonnen sollten aus diesem Grunde verschlossen werden. Außerdem können in geschlossene Regenfässer keine durstigen, kleinen Gartenbewohner hineinfallen oder gar darin ertrinken. 

Wasser im Garten sollte aber nicht nur für die Pflanzen zur Verfügung stehen, sondern auch für Tiere als Wasserquelle dienen und für das menschliche Auge ansprechend sein, wie beispielsweise ein Teich oder ein Mini-Fassteich. Sollte solch eine Wasserstelle im Garten tiefer sein oder über einen hohen, glatten Rand verfügen, so ist es nötig, eine griffige Ausstiegshilfe (z.B. ein naturbelassenes Holzbrett) für Igel, Mäuse und Co. bereitzustellen, um unfreiwilligen Schwimmern die Möglichkeit zu bieten, sich selbst vor dem Ertrinken zu retten. Vielen Kleintieren wie Fledermaus, Siebenschläfer und Igel ist jedoch mit einem flachen, großen Topfuntersetzer mit Frischwasser bereits geholfen. Wird er täglich neu befüllt und gereinigt, stellt dies beispielsweise für Vögel eine wunderbare Trinkschale und Badewanne dar – ohne die Gefahr des Ertrinkens. Für Insekten darf es ­sogar noch ein wenig flacher sein, mit feuchtem Moos, kühlen Steinen und nassen ­Rindenstücken, von denen aus es sich gefahrlos trinken lässt. 

Der Artenvielfalt und dem Klima im Garten tut Wasser jedenfalls gut.  

Ihr Karl Born, 
Vorsitzender des Hauptvorstands